Die Grünen wollen eine Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre im Bund durch eine parlamentarische Initiative durchsetzen. "Nach der Sommerpause werden wir unseren Gesetzentwurf zur Absenkung des Wahlalters sehr schnell ins Bundestagsplenum bringen", sagte Parlamentsgeschäftsführerin Britta Haßelmann der Nachrichtenagentur AFP am Freitag in Berlin. "Ich kann nur hoffen, dass es nach den Ankündigungen der SPD, nicht nur bei warmen Worten bleibt."

Grünen rufen Sozialdemokraten zur Unterstützung des Gesetzentwurf auf

Auch der Bundesgeschäftsführer der Grünen, Michael Kellner, rief die Sozialdemokraten zur Unterstützung des Vorhabens auf. "Es ist gut, dass die SPD sich der Forderung nach dem Wahlalter mit 16 anschließt, doch sie muss auch handeln", sagte Kellner. "Nicht erst seit den Fridays-For-Future-Protesten wissen wir, dass die Jugend politisch ist." Diese Generation wolle die Zukunft gestalten, sie beweise ihre politische Mündigkeit jeden Tag. "Demokratie kann nicht früh genug gelebt werden."

Linke, Grüne und SPD fordern Gesetzesänderung – die CDU blockt ab

Bisher gilt in Deutschland für Bundestagswahlen und die meisten Wahlen auf Landesebene die Altersgrenze von 18 Jahren. In Bremen, Brandenburg, Hamburg und Schleswig-Holstein dürfen allerdings bei Landtagswahlen auch Jugendliche ab 16 Jahren wählen, in mehreren weiteren Bundesländern gilt dies für Kommunalwahlen. Politiker aus Grünen, Linkspartei und SPD fordern schon lange ein generelles Wahlrecht für Jugendliche ab 16. Widerstand dagegen kommt vor allem aus der Union.