USA Bundesrichter stoppt Waffen aus 3-D-Drucker

So sieht eine Plastik-Pistole aus, die komplett im 3D-Drucker hergestellt wurde. Eine Organisation in den USA wollte Pläne dafür ins Netz stellen.
So sieht eine Plastik-Pistole aus, die komplett im 3D-Drucker hergestellt wurde. Eine Organisation in den USA wollte Pläne dafür ins Netz stellen. © Foto: Jay Janner/Austin American-Statesman/AP/dpa
Washington / Peter DeThier 02.08.2018

In letzter Minute hat Robert Lasnik, Bundesrichter aus dem US-Staat Washington, dem Bau von Schusswaffen mit 3-D-Druckern einen Riegel vorgeschoben. Die Anleitung dazu hätte Anfang August im Internet verfügbar sein sollen. Ohne die einstweilige Verfügung wäre es möglich gewesen, ohne Hintergrundcheck und Seriennummer Waffen herzustellen, die  problemlos an Metalldetektoren vorbeigeschleust werden können.

In den USA, in denen oft Amokläufe vorkommen, sind die Waffengesetze ohnehin locker. Nun standen die Amerikaner kurz davor, im Internet gegen Zahlung Baupläne für eine Plasikwaffe mit dem Namen „Liberator“ („Befreier“) zu bekommen. Bis ein Richter aus Seattle das mit einer einstweiligen Verfügung blockierte.

Neu ist die Debatte um Waffen aus dem 3-D-Drucker nicht. Vor sechs Jahren hatte der junge Unternehmer Cody Wilson aus Texas die Organisation „Defense Distributed“ gegründet, die sich als „private Rüstungsfirma zur Entwicklung von Produkten für amerikanische Schützen“ versteht. 2013 stellte der Waffenfanatiker Bauanleitungen für den „Liberator“ online, die gleich mehrere tausend Menschen auf ihre Festplatten luden, wurde aber schon nach wenigen Tagen von der Regierung des damaligen Präsidenten Barack Obama gezwungen, die Entwürfe zu entfernen.

Unter Berufung auf die US-Verfassung, die jedem Bürger den Waffenbesitz erlaubt, klagten Wilson und seine Organisation gegen die Regierungsentscheidung, aber ohne Erfolg. Die Diskussion um Schusswaffen aus dem 3-D Drucker verpuffte, bis im Juni die Regierung von Präsident Donald Trump einen außergerichtlichen Vergleich mit Defense Distributed schloss und den Weg ebnete für Gewehre per Mausklick. Die Einigung begründete Eric Soskin, der Trumps Justizministerium vertrat, damit, dass es sich beim Liberator um keine militärische Waffe handelt. Waffengesetze zielten darauf ab, den illegalen Verkauf von Waffen zu verhindern, die im Krieg benutzt werden können.

Demokraten gingen auf die Barrikaden und warnten vor den Gefahren sogenannter „Geisterwaffen“, die sich jeder Kontrolle entziehen könnten. Angeführt von Bob Ferguson, Justizminister des Staates Washington, klagte prompt eine Gruppe von US-Staaten gegen die Einigung.

Richter Robert Lasnik begründete sein Urteil damit, dass die 3-D-Waffen „unermesslichen Schaden hätten anrichten können.“ Ferguson, der bereits mehrfach erfolgreich gegen die Trump-Regierung geklagt hat, sprach von einem „kompletten Sieg, ansonsten hätten die 3-D Gewehre Menschen überall in den USA und auf der ganzen Welt zur Verfügung gestanden“.

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