Berlin / DPA / Uwe Keuerleber Millionen von Autofahrern in Deutschland haben noch ihren alten „Führerschein-Lappen“ - dessen Tage aber sind gezählt.

Bis spätestens zum 19. Januar 2033 müssen die alten Führerscheine gegen neue Plastikkärtchen in einheitlichem EU-Standard umgetauscht sein. Betroffen sind insgesamt rund 43 Millionen Autofahrer in Deutschland. Konkret bedeutet dies, dass die Inhaber eine neue Fahrerlaubnis beantragen müssen. Die Fahrerlaubnis als solche bleibt vom Umtausch des Führerscheins unberührt - eine neue Prüfung ist also nicht nötig.

Kommentar zum Führerscheinumtausch EU will einheitlichen Führerschein

Die EU will dass die Führerscheine einheitlich werden. Eine Prüfung der Kenntnisse gehört nicht dazu. Das ist zu wenig.

Eine Bearbeitungsgebühr von rund 25 Euro sind fällig

Der Antrag muss persönlich beim Landratsamt gestellt werden. Laut ADAC wird eine Gebühr von rund 25 Euro für den neuen EU-Führerschein fällig.

Die Durchfallquote bei der Führerscheinprüfung ist bundesweit seit Jahren gestiegen. Woran das liegt, erfährst du hier.

Zuerst sind die Papierführerscheine an der Reihe

Dem Konzept des Bundesrats-Ausschusses zufolge sollen die rund 15 Millionen Führerscheine aus Papier, die vor dem 31. Dezember 1998 ausgestellt worden sind, ab dem Jahr 2022 gestaffelt nach Geburtsjahrgängen umgetauscht werden. Zuständig sein soll die Führerscheinbehörde des aktuellen Wohnsitzes.

Warum diese neue Regelung?

Mit dem einheitlichen EU-weiten Führerschein soll ein möglichst aktueller Fälschungsschutz gewährleistet sein. Bei Kontrollen sind Besitzer leichter zu erkennen, wenn das Foto nicht so alt ist. Mit der bereits 2006 beschlossenen EU-Richtlinie sollen die Vorschriften zu mehr als 110 Führerscheinarten in Europa vereinheitlicht werden.

Wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen Führerscheinentzug und einem Fahrverbot? Wir haben nachgefragt.

Es besteht die Umtauschpflicht

Der Verkehrsausschuss des Bundesrats hat nun einen detaillierten Stufenplan vorgeschlagen, über den die Länderkammer entscheidet. Vorgesehen sind detaillierte Umtauschfristen. Personen, die vor 1953 geboren sind, wären laut Bundesrats-Ausschuss von einer vorgezogenen Umtauschpflicht ausgenommen - bei ihnen sei nicht sicher, ob sie nach dem Stichtag 2033 überhaupt noch von ihrem Führerschein Gebrauch machen wollen. Die seit 2013 ausgestellten Führerscheine in Deutschland entsprechen bereits den neuen Vorgaben. Denn die EU-Richtlinie gilt bereits seit 2013. Neu ausgestellte Dokumente gelten seitdem nicht mehr lebenslang, sondern haben eine Gültigkeitsdauer von 15 Jahren.

Neuer Führerschein bringt Vorteile

Eine ADAC-Sprecherin sagte: „Handliche Scheckkartenführerscheine mit einem aktuellen Foto bringen bei Führerscheinkontrollen, besonders aber bei Fahrten im Ausland unbestreitbare Vorteile. Trotzdem wissen wir, dass viele Bürger an ihrem alten grauen oder rosa Lappen emotional hängen.“ Dabei helfe es nur bedingt, dass dieses historische Dokument beim Umtausch entwertet zurückgegeben werde. „Aus unserer Sicht ist deshalb Überzeugungsarbeit geeigneter als das nationale Vorziehen der EU-Fristen.“

Verwarnungsgeld bei Nicht-Umtausch?

Wer seinen Führerschein nicht tauscht, dem droht ein Verwarnungsgeld von 10 Euro.

Das könnte dich auch interessieren

In allen Filialen von Aldi Süd und Aldi Nord, wird die „Schinken-Rotwurst“ von Wursthersteller Wiltmann, wegen krankmachenden Bakterien zurückgerufen.

Am Donnerstagnachmittag ist ein Auto an der Ebersbacher Hauptstraße in Flammen aufgegangen.

Ein 21-Jähriger ist wie ein Irrer auf der B 14 bei Michelfeld gefahren. Er hat außerdem im Überholverbot überholt.