Ulm Bucks "heile Welt": Ja nicht!

Ulm / SWP 30.11.2013
Einmal in der Woche macht sich Redakteurin Gerlinde Buck Gedanken über ihre "heile Welt". Dieses Mal: Dinge auf der To-Do-Not-Liste.

Schlittschuhe nicht vormittags kaufen (nachmittags fallen die Füße größer aus). Vogelfutter nicht an dichten Hecken auslegen (sonst hechtet Nachbars Katze aus dem Gebüsch und futtert den Vogel). Weihnachtsbäume nicht mit einem Expander auf dem Autodach befestigen (sonst gibts Fluggummibaum plus Dachschaden). Kurz: Wer dieses Jahr noch nicht genug nicht gemacht hat, kann getrost jetzt noch damit anfangen.

Als Hochfest des "Ja nicht!" erweist sich, es wundert einen nicht, alle Jahre wieder die Weihnachtsfeier im Betrieb. Einfach nicht hinzugehen, geht selbstverständlich gar nicht. Welcher Arbeitnehmer will sich schon freiwillig um die Chance bringen, tausend Dinge auf einmal nicht zu tun?

Ganz oben auf der innerbetrieblichen To-Do-Not-Liste stehen folgende Aktivitäten: mit Chefs knutschen (intensives Speichellecken tuts auch). Über Kollegen lästern (besser: Material sammeln fürs Feinde-Dossier). Am Buffet drängeln (Kenner werfen den Vettel-Turbo an: Der Erste räumt ab). Singen und tanzen (außer man will es zur Betriebsulknudel auf Youtube bringen). Grundsatzreden über die GroKo und ähnlich ab-strakte Themen schwingen (warum auch, wenn man so schön konkret über Fußpilz philosophieren kann).

Der Arbeitskreis Umgangsformen International kann übrigens auch etwas sehr gut nicht: den Zeigefinger stecken lassen.

Bei einer Weihnachtsfeier, warnt das Knigge-Gremium nicht ohne hochkultivierte Herablassung, sei es "in der Regel wenig Image fördernd, wenn dank großzügig zur Verfügung gestellter alkoholischer Getränke Verhaltensweisen an den Tag gelegt werden, die die Grenzen anderer oder die des guten Geschmacks überschreiten".

Etwas vormachen muss man sich aber auch wieder nicht: All diese Tipps werden vermutlich nicht mal ansatzweise beherzigt.

Unwass, hicks, machs? Wahrseinlisch niss.