Kommentar Günther Marx zu Trumps Kritik an der Nato Brüsseler Spitzen

Günther Marx, Autorenfoto
Günther Marx, Autorenfoto © Foto: Gerd Markert Gerd Markert
Berlin / Günther Marx 13.07.2018

Doch, die Nato gibt es noch. Die Vertreter der Mitgliedstaaten verfassen Kommuniqués, treffen Entscheidungen. Doch welchen Bestand ihre Beschlüsse haben, wissen sie nur bis zum nächsten Tweet des US-Präsidenten. Und dieser hat ein fortwährendes Mitteilungsbedürfnis, das sich nicht daran stört, Verbündete zu desavouieren, als schmarotzende Trittbrettfahrer in den Senkel zu stellen – um anschließend zu sagen, wie sehr er doch Angela Merkel schätze und die Deutschen achte.

Es fällt schwer, Donald Trump ernst zu nehmen. Und doch: Es führt kein Weg an ihm vorbei. Wie er handelt und wie er sich gibt, hat weltweite Auswirkungen. Man kann ihn nicht einfach vor die Tür bitten mit der Maßgabe, sich erst einmal zu beruhigen. Deshalb brauchen die Verbündeten eine klare Vorstellung ihrer eigenen Interessen, ein Höchstmaß an Verständigung und eine angemessene Hartnäckigkeit in der Abwehr der größten Zumutungen. Man kann es nicht oft genug sagen: Die europäischen Nato-Partner müssen mehr Verantwortung für sich selbst übernehmen – wenn es geht, mit Trump, wenn nicht, dann ohne oder sogar gegen ihn.

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