Großbritannien Britischer Vize-Premier Damian Grey tritt zurück

London / Hendrik Bebber 22.12.2017

Theresa May musste sich von ihrem Stellvertreter trennen. Auf ihren Wunsch legte Vize-Premierminister Damian Green sein Amt nieder. Der 61-jährige Politiker war ein persönlicher Freund der Regierungschefin und ihr engster Vertrauter im Kabinett. Er strauchelte über die Vorwürfe, eine Frau sexuell belästigt und Pornomaterial auf seinem Dienst-PC gespeichert zu haben.

May entließ Green mit „tiefem Bedauern“. Sein Verhalten habe nicht den „hohen Erwartungen an den öffentlichen Dienst“ entsprochen. Green hatte die Vorwürfe, welche viele Jahre zurückliegen, mehrmals bestritten. Er erklärte, nichts von den Pornofotos gewusst zu haben, die die Polizei bei einer Sicherheitsuntersuchung  von Regierungscomputern auf seinem Gerät entdeckt hatte. Die Behauptung einer heute 31-jährigen Journalistin, dass er bei einem Pub-Besuch heimlich unter dem Tisch ihr Knie getätschelt hätte und später  an sie anzügliche  E-Mails gerichtet habe, bezeichnete er als „zutiefst kränkend“. Es sei eine rein „freundschaftliche Geste“ gewesen.

Ein Parlamentsausschuss  ging Belästigungsvorwürfen gegen insgesamt 40 Abgeordnete nach. Green gestand schließlich ein, dass er bei seiner Anhörung  „einiges im Unklaren“ gelassen hätte. Mit ihm verliert Premierministerin May nach Verteidigungsminister Michael Fallon und Entwicklungsministerin Priti Patel binnen weniger Wochen das dritte Mitglied ihres Kabinetts.

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