Breite Mittelschicht

SWP 22.06.2013

Aufschwung: Im Kampf gegen Hunger und Armut konnte Brasilien seit der Jahrtausendwende so manchen Erfolg verzeichnen. Der Anteil der Bevölkerung, die unter der nationalen Armutsgrenze lebt, ging zwischen 2002 und 2009 von 38,3 auf 23,9 Prozent zurück, die Zahl der Betroffenen sank von 68 auf 44 Millionen. Laut Konrad-Adenauer-Stiftung gelang zugleich 35 Millionen Brasilianern der Aufstieg in die Mittelschicht, zu der inzwischen mehr als die Hälfte der Gesamtbevölkerung von rund 200 Millionen zählen. Die Arbeitslosenquote ist seit Jahren rückläufig.

Ungleichheit: Das soziale Gefälle in Brasilien ist weiterhin groß. Nach offiziellen Angaben ist das Einkommen der ärmsten zehn Prozent zwischen 1999 und 2009 zwar viermal so stark gestiegen wie das der reichsten Schicht. Die Lücke zwischen Armen und Reichen hat sich also zu schließen begonnen. Dennoch ist Brasiliens Gini-Koeffizient, ein statistisches Maß für die Ungleichheit der Einkommen und Vermögen in einer Volkswirtschaft, nach wie vor einer der höchsten weltweit. Noch ungleicher verteilt ist der Wohlstand in Ländern wie Südafrika, Namibia, Haiti oder Kolumbien. dpa

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