Eigentlich wollte Markus Söder es künftig etwas leiser angehen lassen. Vor Beginn einer möglicherweise entscheidenden Woche im Ringen um den Digitalpakt Schule lässt er es indes wieder krachen. Mehr Rechte für die Länder fordert der bayerische Ministerpräsident, ja, eine fundamentale Reform der Bund-Länder-Beziehungen; nicht nur, aber gerade auch in der Bildung.

Nun ist nicht alles falsch, weil es von Söder kommt. Er hat viele Mitstreiter. Auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sieht im Digitalpakt, so wie er angelegt ist, einen Angriff auf Länderkompetenzen – weil der Bund für die versprochenen Milliardenzuschüsse an die Länder mehr Mitsprache und Kontrolle einfordert.

Man muss die Dinge nicht so dramatisch sehen wie die beiden Länderchefs. Aber verwundern kann schon, wie sehr der Föderalismus dafür kritisiert wird, dass im Bildungsbereich einiges schief läuft. Auch bei den Bürgern ist der Ruf schlecht, wie eine aktuelle Umfrage zeigt. Dabei käme es, statt nach dem Bund und mehr Einheitlichkeit zu rufen, auf mehr Wettbewerb um Qualität und Spitzenstandards an. Dies wäre der bessere Ansatz.