Kommentar Peter DeThier zum Umgang Donald Trumps mit den Sicherheitsbehörden Beunruhigende Maskerade

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Washington / Peter DeThier 04.08.2018

Es ist bemerkenswert, mit welcher Dreistigkeit US-Präsident Donald Trump offenbar fest überzeugt ist, der Öffentlichkeit immer wieder Sand in die Augen streuen zu können, ohne früher oder später durchschaut zu werden. Erst ordnet er an, dass Amerikas leitende Geheimdienstler bei einem präzise inszenierten Auftritt im Weißen Haus betonen, wie entschlossen der Präsident gegen russische Versuche vorgeht, Wahlen zu beeinflussen und die amerikanische Demokratie zu untergraben. Dies, nachdem dieselben Geheimdienste seit Monaten im Kreuzfeuer von Trumps  Twitter-Tiraden stehen und er sich weigert, auch nur ein kritisches Wort über den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu verlieren.

Bei Trumps glühendsten Anhängern, daran kann kein Zweifel mehr bestehen, kommen selbst diese leicht durchschaubaren Täuschungsmanöver weiterhin an. Medien, welche auf die objektiven und unwiderlegbaren Widersprüche sachlich hinweisen, werden dann schlichtweg als „fake news“, als Verbreiter von Falschnachrichten dämonisiert.

Unklar ist, wie lange Trump diese Maskerade noch fortsetzen kann. Beunruhigend ist einerseits, dass ein gewisser Gewöhnungseffekt eintritt und die Bereitschaft der US-Öffentlichkeit steigt, Trumps Versuche, sie hinters Licht zu führen, zu akzeptieren. Eine Wende würde wohl nur dann eintreten, wenn die Untersuchungen des Sonderermittlers Robert Mueller, die der wahre Grund der ganzen Ablenkungsmanöver sind, Gravierendes und Schädliches gegen den Präsidenten zutage fördern sollten. Sollte es dazu kommen, dann will man sich gar nicht ausmalen, wozu Trump fähig wäre.

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