Migration Berlin besorgt wegen Flüchtlingen in Spanien

Berlin / Michael Gabel und dpa 06.08.2018

Erstmals seit Beginn der Flüchtlingskrise kommen mehr Migranten in Spanien an als in Italien. Seit Jahresbeginn waren es rund 23 500 Flüchtlinge, die an der andalusischen Küste eintrafen. Nach Italien gelangten im selben Zeitraum etwa 18 000 Migranten.

Die Entwicklung bereite ihm Sorgen, sagte der für Migration zuständige Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Helmut Teichmann, der „Bild am Sonntag“. Er befürchte, dass viele Migranten über Spanien nach Deutschland weiterreisen könnten. Sollte sich dies bewahrheiten, werde Deutschland die Schleierfahndung und Kontrollen an der deutsch-schweizerischen und deutsch-französischen Grenze ausweiten, betonte er. An der deutsch-österreichischen Grenze gibt es solche Maßnahmen bereits.

Laut der Internationalen Organisation für Migration stammt der Großteil der Flüchtlinge aus afrikanischen Krisenländern südlich der Sahara sowie aus Marokko und Mauretanien. Sie reisten von Marokko aus mit Booten an die spanische Küste. Die Route über Spanien wird auch deshalb wieder häufiger genommen, weil Italiens Regierung immer härter gegen Migranten vorgeht. Innenminister Matteo Salvini von der rechtsgerichteten Lega Nord sorgte zuletzt mit Hafensperren dafür, dass Schiffe mit Flüchtlingen an Bord umgeleitet werden mussten. Die neue sozialistische Regierung in Madrid lässt dagegen die Häfen für Rettungsschiffe offen.

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