Verbot von Kettenverträgen Bericht: Bamf muss erfahrene Mitarbeiter entlassen

Berlin / DPA 07.06.2018

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) muss nach „Bild“-Informationen mehrere hundert befristet eingestellte Mitarbeiter ersetzen, obwohl sie benötigt werden.

Sie könnten wegen des Verbots von Kettenverträgen nicht erneut auf befristeten Stellen eingesetzt werden, berichtet das Blatt unter Berufung auf ein Schreiben der Bamf-Präsidentin Jutta Cordt vom 22. Mai. Demnach stehen dem Amt nur 1937 Stellen für eine dauerhafte Besetzung zur Verfügung.

„Eine Entfristung aller rund 3200 befristeten Mitarbeiter“ sei angesichts der Haushaltsvorgaben leider nicht möglich gewesen, zitiert die „Bild“-Zeitung aus dem Schreiben. Weil die Gesetzeslage Kettenverträge für sachgrundlos befristete Mitarbeiter verbiete, würden nun neue befristete Stellen ausgeschrieben.

„Es kommt daher zu der bedauerlichen Situation, dass wir erfahrene Mitarbeitende nicht weiterbeschäftigen können, obwohl wir in ihren Tätigkeitsfeldern gegenwärtig Bedarf haben“, schrieb Cordt dem Bericht zufolge.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will die von der Entlassung bedrohten Bamf-Mitarbeiter halten. Daher habe er den Bundestag gebeten, ihre befristeten Verträge in dauerhafte Arbeitsverträge umzuwandeln, sagte Seehofer bei einem Treffen der Länderinnenminister.

„Es würde ja keinen Sinn machen (...) jetzt mit der Sache vertraute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter freizusetzen, um dann Menschen, die man erst einmal anlernen muss, einzustellen“, sagte Seehofer. Er glaube, dass das Problem in den laufenden Haushaltsberatungen gelöst werden könne. Der Innenminister bestätigte damit den Bericht der „Bild“-Zeitung, wonach beim Bamf mehrere hundert befristet eingestellte Mitarbeiter ersetzt werden müssten.

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