Zur Person Benedikt Funke: Retter im Mittelmeer

Benedikt Funke, Kapitän der Iuventa, die über 14 000 Geflüchtete im Mittelmeer vor dem Ertrinken gerettet hat Foto: Stefan Jehle
Benedikt Funke, Kapitän der Iuventa, die über 14 000 Geflüchtete im Mittelmeer vor dem Ertrinken gerettet hat Foto: Stefan Jehle © Foto: Stefan Jehle
Rom / Stefan Jehle 07.08.2018

Vor einem Jahr wurde das Rettungsschiff Iuventa, ein von der Organisation „Jugend rettet“ erworbener umgebauter Fischkutter „arrestiert“ – wie es in der Seemannssprache heißt. Benedikt Funke, der 2009 in Bremen ein Studium des Wirtschaftsingenieurs für Seeverkehr abschloss und schon seit einigen Jahren auf europäischen Gewässern unterwegs ist. war zwischen Sommer 2016 und dem 1. August 2017 verantwortlicher Kapitän der  Iuventa. Mehr als 14 000 Menschen hatten Funke und seine Crew im Mittelmeer in diesem einen Jahr gerettet. Seit August 2017 liegt die Iuventa nun in Trapani an der Westküste von Sizilien zwangsweise vor Anker. Zuvor war sie von der Seenotleitstelle in Rom unter einem Vorwand nach Lampedusa beordert und beschlagnahmt worden.

Gegen 22 Personen – davon zehn Crew-Mitglieder der Iuventa – sind Ermittlungen eingeleitet worden. Schon zuvor, so berichtet Funke, sei die Iuventa „von italienischen Beamten verwanzt worden“. Das eingeleitete Verfahren sei „extrem undurchsichtig“. Die Staatsanwaltschaft in Palermo unterstellt dem Kapitän und seiner Crew, sie würden mit ihren Aktivitäten „kriminelle Schlepper unterstützen“. Die Vorwürfe „seien haltlos“, sagt der 33-Jährige – genauso haltlos wie etwa das aus seiner Sicht vorgeschobene Gerichtsverfahren gegen seinen Kapitäns-Kollegen Claus-Peter Reisch, das derzeit auf Malta anhängig ist. Dieser hatte die Mission „Lifeline“ geleitet.

Der Kapitän, der zeitweilig auch für große Kreuzfahrt-Reedereien arbeitete, sagt, er habe „nicht mehr nur zuschauen können, dass Menschen vor unserer Haustür sterben“. Er würde „jederzeit wieder losfahren“, um das zu tun, was „eigentlich Aufgabe der EU-Institutionen sei“.

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