Ulm Beatrix von Storch: Adelige mit Schusswaffe

Gut vernetzt: die AfD-Politikerin Beatrix von Storch.
Gut vernetzt: die AfD-Politikerin Beatrix von Storch. © Foto: dpa
Ulm / TWO 03.02.2016
Auf Frauen mit Kindern schießen? Mit dieser Bemerkung setzte AfD-Vize Beatrix von Storch den absoluten Tiefpunkt in der Flüchtlingsdebatte.

"Mit Mut für die Freiheit. Mit Herz für Deutschland" - dieses Motto hat sich die stellvertretende AfD-Vorsitzende Beatrix von Storch für 2016 gesetzt. Ihr Herz für Deutschland pochte dabei jüngst so laut, dass sie - wie Parteichefin Frauke Petry - bei illegalen Grenzübertritten den Einsatz von Schusswaffen befürwortete. Sogar gegen Frauen mit Kindern - kurz später, in relativierter Form, zumindest gegen Frauen. "Gegen Kinder ist der Schusswaffeneinsatz richtigerweise nicht zulässig", erklärte sie. Als müsste diese Feststellung allen Ernstes erst noch getroffen werden.

Auch sonst fällt die Europaparlamentarierin Beatrix von Storch, vor ihrer Hochzeit Herzogin Beatrix von Oldenburg, immer wieder durch befremdliche bis krude Äußerungen auf ("Flüchtlinge müssen nicht integriert werden"). Sich selbst sieht die 1971 in Lübeck geborene Adelige - Enkelin des letzten Erbgroßherzogs Nikolaus von Oldenburg und von Hitlers Reichsfinanzminister Johann Ludwig Graf Schwerin von Krosigk - als Anwältin des einfachen Bürgers. Und um diesen an sich und die AfD zu binden, kann sie auf ein beachtliches Netzwerk zurückgreifen. Die von ihrem Ehemann Sven von Storch herausgegebene Internetzeitung "freiewelt.net" verbreitet AfD-nahe Propaganda und auch mal Interviews mit der Ehefrau. Als Vorsitzende des Vereins "Zivile Koalition" in Berlin kann die Politikerin zudem auf eine gut organisierte politische Bürger-Plattform setzen.

In Baden-Württemberg ist die Juristin keine Unbekannte. Sie stand 2015 mit an der Spitze der Demonstrationen gegen den grün-roten Bildungsplan und wetterte gegen die "Sexualisierung der Gesellschaft". Auch 2013 machte sie Schlagzeilen: Damals wurden Vorwürfe laut, sie und ihr Mann hätten Vereinsspenden privat verwendet - was sie als verleumderisch zurückwies.

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