Lebkuchen Bayerische Posse: Belastete Lebkuchen längst verzehrt

Zwei Lebkuchen – hoffentlich unbelastet.
Zwei Lebkuchen – hoffentlich unbelastet. © Foto: Simone Andress - Fotolia.com
München / Martin Hofmann 17.02.2017
Bayerns Landesgesundheitsamt hat vor dem Fest Weihnachtsgebäck auf Acylamidbelastung getestet. Jetzt hat es die Ergebnisse veröffentlicht.

Da  muss sogar das Lebkuchenherz schmunzeln: Sieben Wochen nach Weihnachten veröffentlicht Bayerns Landesamt für Gesundheit Testergebnisse zu Acrylamid in Lebkuchen. Und die haben es in sich: 10,6 Prozent der Backwaren überschritten den EU-Richtwert (1000 Mikrogramm/Kilogramm) der Substanz, die als krebserregend und erbgutverändernd gilt. Bis 2600 Mikrogramm reichten die Messungen. Von 25 Lebkuchen nannte die Behörde den Hersteller. Allein: Den Verbrauchern hilft das nichts mehr. „Jetzt dürfte das Gebäck längst verspeist sein“, sagt Johannes Heeg von der Verbraucherorganisation Foodwatch – ein „Schildbürgerstreich“. Denn Ende November hatte die Organisation die Herausgabe der Ergebnisse beantragt.

Im Amt sitzen die Schildbürger aber keineswegs, meint Foodwatch. Eher im bayerischen Landtag. Die Behörde hielt sich strikt ans freistaatliche Gesetz. Es sieht weder eine Veröffentlichung der vom Steuerzahler finanzierten Tests noch das Nennen der Hersteller vor. Vielmehr soll das Amt mit ihnen „ein Gespräch“ führen, damit die Werte künftig stimmen.

Dass die Behörde nur wenige Herstellernamen nennt, liegt daran, dass sie dafür Gebühren erhebt. Denn sie muss fragen, ob diese widersprechen. Das dauert. Für die komplette Liste hätte Foodwatch knapp 5000 Euro hinblättern müssen.  So sehen Transparenz und vorbeugender Gesundheitsschutz aus – in Bayern und anderswo.