Potsdam / Mathias Hausding  Uhr
Im Konflikt um den Wolf dürfen Landwirte nicht gegen Naturschutz ausgespielt werden. Auch Weidetiere tragen zum Naturschutz bei. Vernünftige Lösungen kosten.

In manchen Bundesländern ist er schon seit zehn Jahren wieder zu Hause, in anderen, wie etwa Baden-­Württemberg, hat er kürzlich die ersten Schafe gerissen. Die grundsätzlich erfreuliche Rückkehr der Wölfe wird zunehmend bundesweit zur Herausforderung. Das weckt Emotionen. In Leserkommentaren  der Tageszeitungen tobt täglich der Kampf um die Deutungshoheit zwischen Angstmacherei und romantischer Verklärung.

Die Umweltministerkonferenz der Länder hat nun gezeigt, dass die Verbreitung der einst ausgerotteten Fleischfresser auch aus ökologischen Gründen schnelle Reaktionen verlangt. Wenn Weidetierhalter wegen des Wolfs aufgeben müssten, wäre das nicht nur für den Berufsstand bitter, sondern auch für den Naturschutz, ja sogar für den Katastrophenschutz, denn Schafe sind gute Deich- und Landschaftspfleger.

 So ist es richtig, dass die Länderminister mehr Schutz für die Nutztierhalter fordern. Durch den Wolf verursachte Schäden sowie Spezial-­Zäune zur Abwehr von Angriffen sollen staatlich finanziert werden. Der Wolf wird damit zum Kostenfaktor – und die Debatte um eine Facette reicher.