Kommentar Stefan Kegel zur Personalpolitik beim Bamf Bamf verliert wertvolles Wissen

Foto: Thomas Koehler/photothek.net
Foto: Thomas Koehler/photothek.net © Foto: Thomas Koehler/photothek.net
Berlin / Stefan Kegel 08.06.2018

Als ob es beim Bamf nicht schon genug Ärger gäbe. Jetzt kommt auch noch heraus, dass viele der mühevoll im Laufe der Flüchtlingskrise eingearbeiteten Mitarbeiter demnächst gehen müssen. Denn sie wurden nur befristet eingestellt. Bliebe es dabei und würden nun neue Kollegen befristet eingestellt, würde erneut wertvolle Erfahrung verloren gehen. Zumal das Amt im Zuge des Bremer Skandals tausende Asylbescheide überprüfen muss. Ein Berg an Zusatzarbeit.

Aus gutem Grund hat der Gesetzgeber Arbeitgebern verboten, ihre Beschäftigten mit Kettenverträgen hinzuhalten, bei denen sie sich von einer befristeten Stelle zur nächsten hangeln. Dass es nun den Staat selbst trifft, ist eine Ironie. Bei all dem Zorn, der sich gegenwärtig über dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge entlädt, muss man aber auch bedenken: Es waren die Volksvertreter, der Bundestag selbst, die es nicht vermochten, dem Bamf ausreichend Geld für unbefristete Stellen zur Verfügung zu stellen. Man kann daraus nur den Schluss ziehen, dass man seit 2015 dort dachte – und in der Regierung wohl auch –, dies sei eine vorübergehende Krise. Das Bewusstsein für die Größe des Problems war offenbar nicht vorhanden.

Eine ordnungsgemäße Bearbeitung der schwierigen Asylfälle können nur gut ausgebildete, am besten auch erfahrene Bearbeiter leisten. Das ist schon in normalen Zeiten schwierig. In Krisenzeiten sind solche Mitarbeiter unverzichtbar. Noch ist der Bundeshaushalt nicht beschlossen. Es ist an der Zeit, diesem Thema so viel Aufmerksamkeit zu widmen, wie ihm gebührt – und das Amt endlich personell und finanziell so auszustatten, dass es seine Arbeit gut machen kann.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel