Kommentar Dorothee Torebko zu den Service-Plänen der Bahn Bahn-Offensive: Überfälliges Angebot

Dorothee Torebko
Dorothee Torebko © Foto: NBR
Berlin / Dorothee Torebko 19.07.2018

Es gibt beim Reisen wohl kaum etwas Ärgerlicheres, als an einer Bahnstation zu stranden und nicht mehr weiter zu kommen. Weil kein Taxi in Sicht und der letzte Bus abgefahren ist, und alle Leihräder vergriffen sind. Das Problem geht die Deutsche Bahn mit ihrem neuen Shuttleservice an, der Kunden aufsammelt und zum Zielort fährt. Die Kosten dafür sind im Bahn-Ticket enthalten. Das ist dringend nötig, geschieht aber nicht ganz freiwillig.

Denn seitdem IT-Unternehmen wie Google oder Autokonzerne wie VW mit ihren Fahrgemeinschaft-Angeboten auf den Markt drängen und die Gäste von Tür zu Tür bringen wollen, muss sich die Bahn etwas einfallen lassen. Eine Antwort auf die Konkurrenz ist das bisher einzigartige Hamburger Modell. Das muss die Bahn allerdings, sofern es denn funktioniert, schnellstmöglich auf andere Städte ausweiten sowie Konzepte entwickeln, wie auch ländliche Regionen von Sharing-Diensten profitieren können. Erst dann steigen – wie es die Bahn intendiert – immer mehr Menschen von der Straße auf die Schiene um. Shuttles allein reichen aber nicht.

Mindestens genauso wichtig ist angenehmeres Reisen. Dabei ist nicht nur Pünktlichkeit, sondern auch Service entscheidend. Auf der Suche nach einem Mitarbeiter auf dem Bahnsteig umherzuirren, darf keine Option mehr sein. Stattdessen muss es bei Ausfällen Informationen über alternative Züge samt Gleis in Echtzeit aufs Smartphone geben. Ja, das Unternehmen arbeitet derzeit an diesen Konzepten, aktualisiert den DB-Navigator regelmäßig und nähert sich dem digitalen Zeitalter an. Leider fährt sie im Regionalzug-Tempo darauf zu, wo das eines ICE nötig wäre.

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