Berlin Auswärtiges Amt baut auf bessere Krisenprävention

Berlin / GUNTHER HARTWIG 16.09.2015
Das Auswärtige Amt baut um: Mit einer neuen Abteilung für Krisenprävention will sich das Ministerium besser für internationale Konflikte wappnen.

Rüdiger König hat seine Krisentauglichkeit schon als Botschafter in Afghanistan und als Chef des Krisenreaktionszentrums im Auswärtigen Amt (AA) unter Beweis gestellt. Nun leitet der 58-jährige Diplomat die neu geschaffene Abteilung "S" - für Stabilisierung, Krisenprävention, Konfliktnachsorge und humanitäre Hilfe. 100 Mitarbeiter sollen den ehemaligen Büroleiter von Bundespräsident Johannes Rau dabei unterstützen, das Ministerium besser auf weltweite Konflikte vorzubereiten und Stabilisierungsmaßnahmen gezielter zu planen.

Die neue Organisationsstruktur im AA ist das Ergebnis der Überprüfung aller außenpolitischen Instrumente und Prinzipien im vergangenen Jahr. In einem "Aktionsplan für einen schlagkräftigeren Auswärtigen Dienst" legten Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und seine Beamten fest, welche Ziele und Strukturen im Sinne einer "vorsorgenden Außenpolitik" verändert werden mussten. Die neue Abteilung "S" ist so etwas wie das Vorzeigeprojekt der internen Reform des Ressorts.

Mit der akuten Flüchtlingskrise haben König und seine Mitstreiter gleich eine veritable Bewährungsprobe vor sich. Helfen wird den Krisenmanagern die Aufstockung des Stabilisierungsetats der Bundesregierung um 400 Millionen Euro im kommenden Jahr. Die Mittel werden nicht zuletzt zur Nothilfe rund um Syrien und den Irak dringend gebraucht. Schon jetzt ist Deutschland viertgrößter Geldgeber im humanitären Bereich, hinter den USA, Großbritannien und Japan.

Zusammen mit den Kollegen aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit sowie nationalen und internationalen Partnerorganisationen wollen die AA-Konfliktexperten dafür sorgen, dass weniger Menschen als bisher aus den Krisenregionen nach Europa fliehen müssen. Dazu bieten sie Beratung und Zusammenarbeit auf den Feldern der Polizei- und Justizbehörden an, Aufbauhilfe bei Regierungs- und Verwaltungsstrukturen auf nationaler, regionaler und kommunaler Ebene sowie Mediation zwischen Konfliktparteien.

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