Leipzig Ausschreitungen bei Legida-Demonstration

Leipzig / DPA 13.01.2016
Den Geburtstag des Leipziger Pegida-Ablegers Legida feierte man mit Krawallen. In Potsdam kam es zu Ausschreitungen seitens der Gegendemonstranten.

Im Zusammenhang mit Kundgebungen der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung hat es am Montagabend in Leipzig und in Potsdam Ausschreitungen gegeben. In Leipzig zogen am Jahrestag des Ablegers Legida rund 250 Rechtsextremisten und Hooligans durch den für seine links-autonome Szene bekannten Stadtteil Connewitz und hinterließen eine Spur der Verwüstung. Sie setzten Autos in Brand, zündeten Pyrotechnik und zerschlugen Dutzende Fensterscheiben.

Die Leipziger Polizei ermittelt wegen schweren Landfriedensbruchs. Sie nahm von 211 Verdächtigen die Personalien auf. 57 Straftaten wegen Verstoßes gegen das Versammlungs-, Waffen-, Sprengstoff- und Betäubungsmittelgesetz wurden den Angaben zufolge festgestellt.

In Potsdam kam es nach der ersten Kundgebung von Pegida in der Stadt zu Angriffen durch Gegendemonstranten. Teilnehmer des sogenannten "Abendspaziergangs" wurden nach dem Ende der Versammlung laut Polizei "massiv durch Stein- und Flaschenwürfe angegriffen". Die Beamten ermitteln wegen Sachbeschädigungen, Körperverletzungen sowie Landfriedensbruch.

Auf Pegida-Sympathisanten, die von der Polizei zum Bahnhof geleitet wurden, flogen Böller, auch abgerissene Verkehrsschilder und Mülltonnen wurden geworfen. Die Polizei setzte Pfefferspray ein. Sieben Beamte seien verletzt worden, sagte ein Potsdamer Polizeisprecher. Kenntnis über verletzte Demonstranten habe er nicht.

In Leipzig seien mehrere Anzeigen wegen Körperverletzung eingegangen, teilte die Polizei mit. Der MDR berichtete, dass eine seiner Reporterinnen bei der Legida-Kundgebung in der Innenstadt ins Gesicht geschlagen worden war. Auch fünf Polizisten wurden bei dem Großeinsatz verletzt, zwei Funkwagen zerstört. Die Polizei war mit rund 2000 Einsatzkräften im Einsatz.

Mithilfe der Dresdner Pegida und des Chemnitzer Ablegers Cegida, die ihre Anhänger zur Teilnahme an der Leipziger Demonstration aufgerufen hatten, hatte Legida nach Schätzungen der Gruppe "Durchgezählt" bis zu 3400 Anhänger auf die Straße gebracht. An verschiedenen Gegenkundgebungen beteiligten sich in etwa gleichviele Menschen. In Potsdam kam es angesichts der vielen Gegendemonstranten nicht zu dem geplanten "Abendspaziergang" der Pegida-Anhänger. Die Versammlung blieb stehen.

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