Berlin/Ulm / Michael Gabel, Mathias Puddig, Luca Schmid  Uhr
Familienministerin will gegen den Fachkräftemangel in der Pflege vorgehen. Eine Ausbildungsinitiative soll helfen.

Familienministerin Franziska Giffey (SPD) hat den Auftakt einer Initiative angekündigt, um mehr Auszubildende für Pflegeberufe zu gewinnen. „Am Montag werden wir unsere Ausbildungsoffensive starten“, sagte Giffey der SÜDWEST PRESSE. „Dann gehen wir zum Beispiel in die Schulen und informieren über die neue Pflegeausbildung mit Ausbildungsvergütung und die Perspektiven in dem Beruf“, erklärte sie.

Rund 40 000 Stellen in der Pflege sind derzeit unbesetzt. Dagegen will die Bundesregierung mit einer „Konzertierten Aktion Pflege“ (KAP) angehen. Am Montag kommen die Akteure – darunter Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) – zu einem Zwischentreffen zusammen. Bisher seien mehr als 100 Maßnahmen vereinbart worden, die bis 2023 umgesetzt werden sollen, sagte Giffey. So solle die Zahl der Auszubildenden und ausbildenden Einrichtungen gemeinsam mit den Ländern im Schnitt um zehn Prozent erhöht werden. Pflegeeinrichtungen sollen 5000 Weiterbildungsplätze bereitstellen.

SPD-Bundesministerin Franziska Giffey will Familien weiter stärken und soziale Berufe attraktiver machen.

Ausbildungsvergütung statt Schulgeld

Giffey erinnerte daran, dass im Zuge der Ausbildungsoffensive zum 1. Januar 2020 das Schulgeld für die Ausbildung in Pflegeberufen abgeschafft und eine anständige Ausbildungsvergütung eingeführt werden soll. „Ich bin mir sehr sicher, dass das dazu führt, dass mehr Menschen diesen Beruf ergreifen werden. Im Pflegebereich ist das ein Riesenschritt“, sagte sie.

Ein weiteres Beispiel für den Fachkräftemangel im Gesundheitswesen sind die Physiotherapeuten. Wird eine Stelle frei, bleibt sie im Schnitt 157 Tage lang unbesetzt und damit etwa 50 Tage länger als in anderen Berufen, hat eine Untersuchung der Bundesagentur für Arbeit ergeben. Uwe Eisner, Vorstandsmitglied im baden-württembergischen Branchenverband, geht davon aus, dass sich die Lage verschärfen wird: „Durch den demografischen Wandel steigt der Bedarf an Physiotherapeuten, das führt zu einer höheren Nachfrage.“

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