Grüne Aufschwung an der Küste hilft Grünen in NRW nicht

André Bochow 14.05.2017
Nach dem Erfolg in Schleswig-Holstein hatten die Grünen auf ein Überschwappen der Euphorie nach NRW gehofft. Doch der Erfolg bleibt aus.

Mit Brezeln, Bier oder Bio-Limonade in der Hand  erwarten die Wahlparty-Teilnehmer die Prognose. Die Stille, mit der sie im Saal der grünen Bundesgeschäftsstelle um 18 Uhr zur Kenntnis genommen wird, ist fast schon bedrückend. Ratlosigkeit macht sich auf den Gesichtern  breit. Ska Keller, Chefin der europäischen grünen Fraktion, will zum Ergebnis nichts sagen. „Der Cem kommt ja gleich. Der kennt sich da besser aus.“

Ein bisschen hatten sie in Berlin ja doch gehofft, dass die kleine Euphorie aus dem hohen Norden auch auf die deutlich bedeutenderen Wahlen im bevölkerungsreichsten Bundesland überschwappen würde. Aber der Erfolg von Schleswig-Holstein wiederholt sich nicht. Im Gegenteil. Am Ende ist man beim Wahlabend in der Bundesgeschäftsstelle  der Grünen froh, dass es für den Einzug in den Landtag gereicht hat. Doch  die Regierungsbeteiligung ist dahin und für die Bundestagswahl sieht es noch schlechter aus als vor dieser letzten Landtagswahl 2017.

Als dann „der Cem“ kommt, ist der erste Schock verdaut. „Mal geht es rauf, mal geht es runter“, fasst eine Grüne  die Lage zusammen. Cem Özdemir, der Parteivorsitzende und Spitzenkandidat  macht es  kurz. „Mit Demut“ wolle man die Niederlage hinnehmen. „Wir haben gemeinsam mit der SPD die Wahl verloren“, verteilt Özdemir noch ein wenig die Verantwortung.

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