Der Bewohner eines Hauses, das für den Bau von Stuttgart 21 weichen muss, ist mit einem Eilantrag vor dem Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Mannheim gescheitert. Die Bahn braucht das Grundstück, um eine Baustelle einzurichten. Ein gültiger Planfeststellungsbeschluss aus dem Jahr 2005 berechtigt das Unternehmen dazu. Der Kläger hatte den Beschluss schon damals beim VGH angefochten und war gescheitert.

Dieses Mal stellte der Anwohner die Finanzierung und die Leistungsfähigkeit des Bahnprojekts in Frage und forderte das Eisenbahnbundesamt auf, den Beschluss aufzuheben. Um einem Abriss des Hauses zuvorzukommen, hat er zugleich einen Eilantrag beim VGH eingereicht. Diesen wies das Gericht zurück. Die Argumentation: Man kann nicht über denselben Streitgegenstand zweimal entscheiden, zumal der Kläger keine neuen Argumente vortrage. Ein Gutachten, das beweisen sollte, dass Stuttgart 21 weniger leiste als der jetzige Bahnhof, genüge nicht "um die Rechtskraft des Urteils von 2005 zu überwinden", teilte der VGH mit.

Ob der Kläger nun, wie angekündigt, vor das Bundesverfassungsgericht zieht, bleibt unklar. Sein Anwalt wollte der SÜDWEST PRESSE nichts zu den weiteren Absichten sagen. Bahn-Projektsprecher Wolfgang Dietrich begrüßte den Entscheid. "Ich habe nichts anderes erwartet", sagte er.