Dieser Fall schlägt Wellen im Internet: Eine Anwältin, die gegen die Corona-Verordnungen geklagt und zu Demonstrationen dagegen aufgerufen hatte, ist in die Psychiatrie gebracht worden. Das berichtet „Rhein-Neckar-Zeitung“. Ein Sprecher der Mannheimer Polizei sagte der Zeitung, die Frau habe am Sonntag auf der Straße Passanten angesprochen, weil sie sich verfolgt fühlte. Als eine Polizeistreife eingetroffen sei, habe sie einen „sehr verwirrten Eindruck“ gemacht. Die Beamten hätten sie festgehalten und in eine Klinik gebracht. Dabei habe sie sich zur Wehr gesetzt.

In einer Audiodatei der Anwältin, die mittlerweile im Internet kursiert, schildert die Frau den Vorfall aus ihrer Sicht, spricht von „dunklen Mächten“, die für ihr Schicksal verantwortlich seien und bezeichnet sich als „Staatsfeind Nummer eins“. Die Polizei habe sie zudem misshandelt. Der Audio-Beitrag wird im Internet verbreitet und unter anderem in verschwörungstheoretischen Kreisen stark rezipiert.

Corona-Pandemie in Baden-Württemberg Widerstand gegen Corona-Verordnung der Landesregierung

Stuttgart

Die Fachanwältin für Medizinrecht hatte vergangene Woche eine Normenkontrollklage gegen die Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg angekündigt und einen Eilantrag beim Verfassungsgericht eingereicht. Dieser wurde abgewiesen. Den „Shutdown“ des öffentlichen Lebens bezeichnet sie als „Coronoia“ und den „größten Rechtsskandal der Bundesrepublik“.

Weil sie außerdem öffentlich zu Demonstrationen und zum Widerstand gegen die Maßnahmen aufgerufen hatte, ermittelte der Staatsschutz gegen sie wegen Aufrufs zu einer rechtswidrigen Tat.  Wie Polizei und Staatsanwaltschaft in einer Mitteilung betonen, stehe die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik in keinem Zusammenhang mit den Ermittlungen.