Rückkehr Mesale Tolu zurück in Ulm: „Freue mich nicht wirklich“

Mesale Tolu saß in der Türkei mehr als sieben Monate in Untersuchungshaft.
Mesale Tolu saß in der Türkei mehr als sieben Monate in Untersuchungshaft. © Foto: Lefteris Pitarakis
Stuttgart / swp mit DPA 27.08.2018

Rückkehr

Die Journalistin und Übersetzerin aus Ulm, Mesale Tolu, ist nach der Aufhebung ihrer Ausreisesperre aus der Türkei am Sonntag wieder in ihrer Heimat Deutschland eingetroffen.

Sicher in Stuttgart gelandet

Sie ist in Stuttgart am Flughafen gelandet. Bei einer Pressekonferenz sagte Tolu, dass sie ihre Rückkehr in die Heimat nur bedingt genießen kann. Sie sei zwar wieder in Deutschland, aber Hunderte Journalisten, Oppositionelle, Anwälte und Studenten seien immer noch nicht frei, kritisierte Tolu nach ihrer Ankunft am Sonntag am Stuttgarter Flughafen.

Getrübte Freude

„Es ist nicht so, dass ich mich wirklich über die Ausreise freue, weil ich weiß, dass sich in dem Land, in dem ich eingesperrt war, nichts verändert hat.“ Tolu kündigte an sich weiter für politische Häftlinge in der Türkei einzusetzen.

Herkunft

Tolu ist in Ulm geboren und ging dort zur Schule, ihre Familie wohnt in der Stadt Neu-Ulm, gleich gegenüber.

Aus ihrer Heimat hatte Tolu während ihrer Gefangenschaft viel Solidarität erfahren und Briefe bekommen. Dafür dankte sie besonders.

Mehrere Monate im Gefängnis

Tolu ist in der Türkei wegen Terrorvorwürfen angeklagt, sie saß dort mehr als sieben Monate in Untersuchungshaft. Ihr Prozess in der Türkei wird ungeachtet ihrer Ausreise fortgeführt.

Auch ihr Ehemann, Suat Corlu, ist angeklagt. Seine Ausreisesperre ist nicht aufgehoben, er muss in der Türkei bleiben.

Der Fall Tolu hatte, zusammen mit dem des „Welt“-Reporters Deniz Yücel und des Menschenrechtlers Peter Steudtner, die Beziehungen zwischen der Türkei und Deutschland schwer belastet.

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