Treffen Ankara weckt Hoffnung auf Freilassung Yücels

Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim trifft sich am Donnerstag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel - und spricht mit ihr über den inhaftierten Journalisten Deniz Yücel.
Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim trifft sich am Donnerstag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel - und spricht mit ihr über den inhaftierten Journalisten Deniz Yücel. © Foto: dpa
Ankara / afp 15.02.2018
Die türkische Regierung hat Hoffnungen auf eine Freilassung des inhaftierten „Welt“-Korrespondenten Deniz Yücel geweckt.

Die türkische Regierung hat Hoffnungen auf eine baldige Freilassung des inhaftierten „Welt“-Korrespondenten Deniz Yücel geweckt. „Ich hoffe, dass er in kurzer Zeit freigelassen wird. Ich bin der Meinung, dass es in kurzer Zeit eine Entwicklung geben wird“, sagte Ministerpräsident Binali Yildirim den ARD- „Tagesthemen“. Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) erklärte, er habe zuletzt wiederholt mit seinem türkischen Kollegen über Yücel gesprochen. Der deutsch-türkische Journalist sitzt seit genau einem Jahr in der Türkei in Haft.

Yücel hatte sich vor einem Jahr der Polizei in Istanbul freiwillig zur Befragung gestellt. Er wurde in Gewahrsam und danach in Haft genommen. Bis heute gibt es keine Anklageschrift, auch ein Prozessbeginn ist nicht in Sicht.

Ministerpräsident Yildirim betonte zwar erneut, dass die türkische Justiz unabhängig sei, versicherte aber zugleich, dass er bei seinem Berlin-Besuch am heutigen Donnerstag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) „alle Themen ohne Zensur besprechen“ werde.

Auch Gabriel dringt auf eine Lösung: Er habe „in den letzten Tagen und Wochen“ mit Cavusoglu intensive Gespräche über Yücel geführt. „In den Gesprächen habe ich darum gebeten, dass dieses Gerichtsverfahren von der türkischen Justiz beschleunigt wird und hoffe am Ende auch auf eine baldige positive Entscheidung des unabhängigen türkischen Gerichts.“

Die deutsche Journalistin Mesale Tolu, die im Dezember aus türkischer Haft entlassen worden war, forderte mehr Druck von der Bundesregierung. „Bilaterale Gespräche und milde Töne bringen nichts“, sagte Tolu, die die Türkei nicht verlassen darf. Untersuchungshaft sei in der Türkei „zum Regelfall geworden“, es handele sich um „eine Strafe vor der Bestrafung“, sagte Tolu im ZDF.

Neben Yücel sitzen noch fünf weitere Deutsche aus politischen Gründen in türkischen Gefängnissen.

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