Ankara Ankara und Berlin streiten über Beitrittsgespräche

Ankara / AFP 22.06.2013

Das Veto der Bundesregierung gegen die kommende Woche vorgesehenen Gespräche zum EU-Beitritt der Türkei hat zu Verstimmungen zwischen Ankara und Berlin geführt. Das Auswärtige Amt bestellte den türkischen Botschafter ein, im Gegenzug wollte Ankara den deutschen Botschafter herbeizitieren, der sich aber nicht in Ankara aufhält. Der Minister für europäische Angelegenheiten, Egemen Bagis, forderte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf, "ihren Fehler bis Montag zu verbessern", andernfalls werde das Folgen haben.

Eigentlich sollte am Mittwoch erstmals seit drei Jahren wieder ein neues Kapitel in den Beitrittsgesprächen mit der Türkei eröffnet werden. Doch die Botschafter der EU-Länder konnten sich nicht darauf einigen. Deutschland und die Niederlande sprachen sich dagegen aus. Die Entscheidung muss einstimmig sein. Ein letzter Versuch bei einer Einigung könnte bei einer EU-Botschaftersitzung am Montag vor dem Treffen der EU-Außenminister unternommen werden.

Auf großes Unverständnis war in Berlin laut Auswärtigem Amt Bagis sinngemäße Äußerung gestoßen, Merkel solle wissen, dass diejenigen, die sich mit der Türkei anlegten, kein gutes Ende nähmen. Deshalb sei der Botschafter einbestellt worden.

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