Bei der Trasse Ulm-Wendlingen kommt die Bahn schneller voran als geplant.  Das erklärte Projektsprecher Wolfgang Dietrich gegenüber der SÜDWEST PRESSE. Bei gutem Bauverlauf könne man 2020, ein Jahr früher als geplant, die 60-Kilometer-Trasse fertigstellen.

Auch finanziell laufe es gut: "Wir liegen gut zehn Prozent unter Budget", sagte Dietrich. Für die Strecke sind 3,26 Milliarden Euro angesetzt. Der für die Trasse zuständige Projektleiter Stefan Kielbassa führte Zeit-und Kostenersparnis mit auf die Vergabe des Albabstiegstunnels zurück. Er lobte die "harte, aber faire" Zusammenarbeit mit den Ämtern bei der Neubaustrecke.

"Die gleichen Leute bei der Bahn, denen man in Stuttgart vorwirft, sie können nicht planen, schaffen es bei der Neubaustrecke", sagte Dietrich. Er forderte mehr politische Unterstützung für S 21. So bestehe mit dem Filderbahnhof ein "großes Risiko" hinsichtlich einer rechtzeitigen Fertigstellung des Bahnprojekts bis 2021.

"Man hat den Eindruck, dass die Neubaustrecke etwas besser geplant ist als S 21", kommentierte der Landesvorsitzende des Fahrgast-Verbands VCD, Matthias Lieb. Das Projekt sei "weniger komplex, als in der Stuttgarter Innenstadt alles umzupflügen". Sollte die Trasse früher fertig sein, solle sie auch eher in Betrieb gehen - über die Einschleifung in Wendlingen. Fahrgästen würde das bis zu 15 Minuten Zeit sparen. Zum Thema Filderbahnhof sagte Lieb, dass die Bahn 20 Jahre Planungszeit gehabt habe. Die Zeitnot nun gehe auf "eigenes Unvermögen" zurück.

"Wir arbeiten mit Hochdruck an den Verfahren", sagte ein Sprecher des Regierungspräsidiums Stuttgart zum Vorwurf der mangelnden Unterstützung. Allein bei der Flughafenanbindung müsse man 4500 Einwendungen prüfen. Beim Grundwassermanagement seien die vielen Einwendungen nun abgearbeitet. Der Anhörungsbericht liegt nun dem Eisenbahnbundesamt vor.

Das Regierungspräsidium Tübingen bestätigte die Fortschritte bei der Neubaustrecke. "Bislang gab es dort keine großen Knackpunkte", sagt ein Sprecher. Probleme habe man gelöst, etwa die Verschmutzung von Straßen. Die Zusammenarbeit mit der Bahn laufe "sachlich und ruhig" ab.
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