CDU-Vorsitz Annegret Kramp-Karrenbauer preist eine „großartige“ CDU

Wohlstand und Vertrauen in einen starken Staat sichern: die Agenda von Annegret Kramp-Karrenbauer.
Wohlstand und Vertrauen in einen starken Staat sichern: die Agenda von Annegret Kramp-Karrenbauer. © Foto: John MacDougall/afp
Berlin / Ellen Hasenkamp 07.11.2018

Friedrich Merz ging in die Bundespressekonferenz, Jens Spahn wählte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Und Annegret Kramp-Karrenbauer? Der dunkle Wagen mit der CDU-Generalsekretärin auf dem Rücksitz bremst am Mittwoch um 11.02 Uhr vor der Landesvertretung Saarland in Berlin. Im schwarzen Hosenanzug betritt Kramp-Karrenbauer das Gebäude, das sie aus ihrer Zeit als Regierungschefin gut kennt. Sie betritt damit auch öffentlich das Spielfeld, auf dem sie sich den CDU-Parteivorsitz und früher oder später womöglich auch das Kanzleramt erkämpfen will.

Ihre Hauptkonkurrenten Merz und Spahn tummeln sich bereits seit der vergangenen Woche in der Arena. Sie kommen beide aus dem mächtigen Landesverband Nordrhein-Westfalen, der rund ein Drittel der Stimmberechtigten auf dem Parteitag stellt. Auf einen Kandidaten festlegen wollen sich die NRWler aber nicht, wie der Landesvorstand am Dienstagabend beschloss. Jeder Delegierte könne selbst entscheiden, sagte der Landesvorsitzende Armin Laschet.

Vor allem Merz scheint derzeit das Momentum auf seiner Seite zu haben: Nach zehnjähriger Abwesenheit aus der Politik kann er viele der Erneuerungs-Erwartungen schon allein mit seiner Biografie erfüllen. Sowohl er als auch Spahn haben sich bislang vor allem in Abgrenzung zur scheidenden Parteichefin Angela Merkel positioniert. Kramp-Karrenbauer macht es anders. Sie würdigt ausdrücklich die „Ära“ Merkel und fügt hinzu, „dass man immer auf den Schultern seiner Vorgänger steht“. Und wo Merz und Spahn eine darniederliegende Partei aufrichten wollen, preist Kramp-Karrenbauer eine „großartige“ CDU: „Sie muss nicht erst wieder stark werden“, fügt sie hinzu, die CDU müsse sich nur auf alte Stärke besinnen. Gleichwohl konstatiert auch die Generalsekretärin „Frust“ und eine „bleierne Zeit“ vor allem in der Bundespolitik. Ausdrücklich aber präsentiert sie sich als Teil der Partei; als Helferin und nicht als Heilsbringerin.

Auch inhaltlich kann AKK bereits erste Skizzen liefern, wo vor allem Merz bei seinem Blitzauftritt vor wenigen Tagen nur Schlagworte nennen wollte. Den Wohlstand in Zeiten der Digitalisierung sichern, das Vertrauen in einen starken Staat wiederherstellen, dem Gefühl der Entfremdung entgegenwirken, diese drei Ziele benennt die Katholikin, die dabei ausdrücklich auf das C im Parteinamen verweist.

Generalsekretärin bleiben wird Kramp-Karrenbauer im Falle einer Niederlage nicht, auch das macht sie klar. Für die Berufspolitikerin, die weder ein Ministeramt noch eine Wirtschaftskarriere im Rücken hat, ist der innerparteiliche Kampf das größte persönliche Risiko: Es geht um den Parteivorsitz – oder nichts.

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