Kommentar Afrikastrategie: Umdenken nötig

Müller beschreibt den richtigen Weg, findet unser Hauptstadtkorrespondent André Bochow. Jetzt müssen wir ihn noch gehen.
Müller beschreibt den richtigen Weg, findet unser Hauptstadtkorrespondent André Bochow. Jetzt müssen wir ihn noch gehen. © Foto: Thomas Koehler/photothek.net
Berlin / André Bochow 08.08.2018

Öffnet Tore, Warenhäuser und Herzen für Afrika. So könnte man die Wünsche des Entwicklungsministers zusammenfassen. Wieder einmal verblüfft der CSU-Politiker Gerd Müller mit Erkenntnissen, die eher bei Grünen oder Linken erwartet werden. Afrikanische Länder werden in ihrer Entwicklung behindert, wenn der Westen seine Märkte nicht öffnet. Auch wäre es höchste Zeit, Sklavenarbeitern im Kongo, die etwa das Coltan für unsere Handys fördern, anständige Löhne und erträgliche Arbeitsbedingungen zu verschaffen. Kommt Afrika besser voran, werden mehr junge Menschen eine Ausbildung genießen und vielleicht bei uns Arbeit suchen. Einigen will Müller dafür den Weg ebnen.

Müller beschreibt den richtigen Weg

So richtig das alles ist, wird dafür genug getan? Werden Firmen bestraft, wenn sie Rohstoffe aus Kriegsgebieten billig bei Warlords einkaufen? Wird sich die deutsche Wirtschaft um den CO2-Ausstoß Afrikas sorgen? Wird die EU ihre Landwirtschaftsförderung zugunsten der Entwicklung in Afrika einstellen? Es wäre ein gewaltiges Umdenken nötig. Immerhin: Müller beschreibt den richtigen Weg. Jetzt müssen wir ihn noch gehen. Zusammen mit Afrika.

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