AfD AfD: Das große Geschachere hat begonnen

Georg Pazderski will kandidieren.
Georg Pazderski will kandidieren. © Foto: dpa
Berlin / Thomas Block 01.12.2017
AfD Die Rechtspopulisten wählen am Samstag einen neuen Parteivorstand. Alexander Gauland hat sich ins Spiel gebracht.

Alexander Gauland kann es nicht lassen. Zwei Tage vor dem Bundesparteitag der AfD in Hannover hat der 76-Jährige angedeutet, dass er für den Posten des zweiten Parteivorsitzenden neben Jörg Meuthen kandidieren könnte. „Um es mit Franz Beckenbauer zu sagen: Schauen wir mal, dann sehen wir schon“, sagte er der Bild-Zeitung.

Zwei Monate ist es her, dass Parteichefin Frauke Petry ihre Partei verließ, seitdem ist der Platz neben Jörg Meuthen unbesetzt. Und doch hat es bis kurz vor der entscheidenden Abstimmung gedauert, bis sich ein erster Kandidat aus der Deckung wagte: „Nach reiflicher Überlegung und vielen Gesprächen habe ich mich jetzt entschieden, am Wochenende für eine Sprecherposition an der Spitze der AfD zu kandidieren“, erklärte am Mittwoch der Fraktionschef der AfD im Berliner Abgeordnetenhaus, Georg Pazderski (66). Der pensionierte Offizier trat zuletzt mit einem Strategiepapier in Erscheinung, in dem er die Bildung einer „bürgerlichen Koalition“ aus Union, FDP und AfD im Berliner Senat anstrebte. Pazderski versteht sich als Realpolitiker, der die Partei in Regierungsverantwortung führen möchte. „Die AfD muss an der eigenen Ausrichtung und an ihrem Image arbeiten. Dazu gehört zunächst die klare Abgrenzung nach Rechtsaußen“. Schon früh sprach er sich für einen Parteiausschluss Björn Höckes aus.

Diese Einschätzung scheint Gauland nicht so recht zu passen. Er hatte mit rechten Strömungen nie Probleme. Mit dem Höcke-Vertrauten André Poggenburg, Chef der AfD Sachsen-Anhalt, absolvierte er regelmäßig Auftritte. Von der Kandidatur Paz­derskis hält er wenig.

Ursprünglich favorisierte der Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion den Radiomoderator Leif Erik Holm. Der Landeschef der AfD Mecklenburg-Vorpommern hatte jedoch erklärt, nicht antreten zu wollen. Jetzt muss der gesundheitlich angeschlagene Gauland wohl selbst ran. Oder es ergeben sich bis morgen noch andere Optionen. André Poggenburg hat schon angekündigt, für einen Sitz im Parteivorstand zu kandidieren.

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