Berlin Ärzte bekommen mehr Geld, sind aber unzufrieden

Berlin / AFP/DPA 31.08.2012

Die niedergelassenen Ärzte in Deutschland bekommen im nächsten Jahr 270 Millionen Euro mehr. Das sind für jeden Arzt im Durchschnitt 1800 Euro mehr Honorar pro Jahr, wie der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) nach den Verhandlungen mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) gestern in Berlin mitteilte.

Ärzte und Kassen hatten sich zunächst im Bewertungsausschuss, einem Gremium der gemeinsamen Selbstverwaltung, nicht über die Honorare für das Jahr 2013 einigen können. Die Ärzte wollten 3,5 Milliarden Euro mehr, die Kassen 2,2 Milliarden Euro sparen. Deshalb tagte nun der Erweiterte Bewertungsausschuss - ein Schiedsgremium mit einem unparteiischen Vorsitzenden, dem Gesundheitsökonomen Jürgen Wasem.

"Das ist nicht das von den Krankenkassen geforderte Ergebnis, aber eine vernünftige Lösung, die den Interessen beider Seiten entgegenkommt", sagte GKV-Vizechef Johann-Magnus von Stackelberg nach der Einigung.

Unter den Ärzten war die Enttäuschung hingegen groß. Von einer Niederlage für die künftige Versorgung sprach der Hartmannbund, von einem Skandal die Kassenarzt-Vereinigung Bayern. Rund ein Dutzend Ärzteverbände kündigten an, Fach- und Hausarztpraxen könnten in ganz Deutschland aus Protest geschlossen bleiben.