Kairo Ägypten in Trauer nach Gewaltorgie

Kairo / DPA 03.02.2012

Nach den blutigsten Krawallen in der ägyptischen Fußballgeschichte mit mehr als 70 Toten und 1000 Verletzten wächst im Land die Angst vor einer neuen Gewaltwelle. Der herrschende Militärrat verhängte drei Tage nationale Trauer. Polizei und Militär hatten am Mittwoch in Port Said tatenlos zugesehen, wie Zuschauer mit Flaschen, Steinen und Messern Jagd auf Spieler und Fans des Kairoer Traditionsklubs Al-Ahly machten. Ahly-Fans, die eine bedeutsame Rolle bei der Revolution gegen das Mubarak-Regime gespielt haben, kündigten Demonstrationen gegen den Militärrat an. Die Spieler des Klubs wollen nie wieder antreten.

Nach den Gewaltexzessen zog die ägyptische Regierung erste Konsequenzen. Während einer Sondersitzung des Parlaments gab Ministerpräsident Kamal al-Gansuri bekannt, dass er die Führung des ägyptischen Fußballverbandes abgesetzt und den Gouverneur von Port Said abgelöst habe.