Glosse Abmelden zum Erholen!

Foto: © Alex Hagmann - Fotolia.com
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Berlin / Thomas Block 05.06.2018

Erholung ist relativ. Das hat Einstein zwar nie gesagt, es stimmt aber trotzdem. Der Physiker selbst erholte sich bei absoluter Ruhe. Über seinen Aufenthalt an der Ostsee schrieb er, dass er ihn „unter prächtigen Buchen liegend und ins Meer glotzend“ verbracht habe, um seine Lebensgeister wieder zu wecken. Das ist eine Möglichkeit. Andere erholen sich bei Rafting-Touren in wilden Gewässern, entspannen bei siebentägigen Wanderungen durch den Amazonas oder lassen bei Kurzexpeditionen zum Nordpol die Seele baumeln. Wieder andere können am besten abschalten, indem sie sich auf Malle täglich mehrere Maßkrüge Rotwein in den Schädel laufen lassen. Und es gibt sogar Leute, die behaupten, dass eine bestimmte Art der Arbeit total entspannend sein kann – wenn man als Büromensch im Urlaub zum Beispiel körperlicher Arbeit nachgeht.

Letztere haben es schwer, wenn sie in einer deutschen Behörde arbeiten. Der Rechtsschutz des Deutschen Gewerkschaftsbundes hat nun erklärt, dass Beamte per Gesetz dazu verpflichtet sind, sich im Urlaub zu erholen und deshalb Nebentätigkeiten und Ehrenämter im Urlaub nur ausüben dürfen, wenn die Erholung nicht beeinträchtigt wird.

Das ist jetzt relativ schwierig. Was individuell erholsam ist, lässt sich nicht nachweisen. Noch. Vielleicht starten wir jetzt einfach mal mit Beamten-Zwangsurlaub an der Ostsee, und dann schauen wir weiter.

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