SPD „Zusammenarbeit mit der Union ist das Allerletzte“

Dirk Diedrich, kandidiert für den SPD-Vorstand und fordert so Andrea Nahles heraus.
Dirk Diedrich, kandidiert für den SPD-Vorstand und fordert so Andrea Nahles heraus. © Foto: Dirk Diedrich
Berlin / Matthias Puddig 14.02.2018
Interview mit Dirk Diedrich - Er kandidiert für den SPD-Parteivorsitz und will so Andrea Nahles herausfordern.

Herr Diedrich, schön, dass Sie rangehen, aber ich verstehe Sie ganz schwer.

Ja, ich bin unterwegs im Neuland.

Verstehe. Trotz Neuland haben Sie ja Internet und schreiben einen Blog. Da steht drin, dass sie nun nicht für den SPD-Vorsitz kandidieren wollen, sich aber vorschlagen lassen würden. Wie ist denn das zu verstehen?

Im Gegensatz zu Frau Lange habe ich mich nicht aktiv beworben. Aber ich habe irgendwann in der letzten Woche bei Twitter geschrieben, dass ich die Schnauze voll habe, wenn die Nahles so einfach den Vorsitz übernimmt. Dann trete ich gegen sie an, habe ich geschrieben. Die Basis hat genauso wie der Parteivorstand das Recht, dem Parteitag einen Vorsitzenden vorzuschlagen.

Wer soll Sie vorschlagen?

Mein Angebot geht an Ortsvereine, die sagen: Den mögen wir, was der in seinem Blog schreibt, ist richtig, dem trauen wir das zu. So kommen wir ins Gespräch.

Gab es denn schon irgendwelche Rückmeldungen aus den Ortsvereinen?

Nein, bisher nicht. Ich hab heute auch noch keine E-Mails gelesen. Ich komme gerade von der Arbeit und sitze im Auto.

Wofür stünde Ihre Kandidatur denn inhaltlich?

Ich stehe für die Sozialdemokratie. Da gibt es unterschiedliche Schwerpunkte, das ist ja auch gut so. Haben Sie meinen Blog gelesen?

Ich bin drübergeflogen.

Da können Sie auf jeden Fall meine Grundeinstellung herauslesen: Wir brauchen nicht nur die Linken, wir brauchen nicht nur die Rechten. Wir brauchen alle, jeder hat seinen Sachverstand. Inhaltlich stehe ich aber eher links. Ich gehöre zu den alteingefleischten Sozialdemokraten, das ist ja eher der linke Teil.

Frau Lange aus Flensburg verrät nicht, ob sie für oder gegen die GroKo ist. Verraten Sie es?

Ich habe aus meinem Herzen noch nie eine Mördergrube gemacht. Links zu sein, hat für mich nichts mit dem Inhalt irgendwelcher Koalitionsverträge zu tun. Als Linker ist für mich die Zusammenarbeit mit der Union das Allerletzte, was ich tun würde.

Sie schließen jede Zusammenarbeit mit der Union aus?

Das ist der politische Gegner, warum soll ich mit dem zusammenarbeiten?

Sie wollen also in die Opposition, bis die SPD wieder stärkste Kraft ist?

Ja, natürlich. Die Menschen haben keine Lust mehr auf den kleinsten gemeinsamen Nenner.

Und wie kann man den vergrößern?

Indem man Rückgrat zeigt. So wie Martin Schulz am Anfang seiner Kampagne. Er ist breitbeinig vor die Menschen getreten und hat ihnen gesagt, er will ihr Leben besser machen. Ich weiß nicht, warum er das nicht durchgezogen hat. Da müssen Sie das Willy-Brandt-Haus fragen. Aber das war genau der richtige Weg.

Sie hätten ihm also geraten, auf Rot-Rot-Grün zu setzen?

Klar. Im letzten Bundestag gab es ja eine linke Mehrheit.