Söder machts Wie die SPD Markus Söders CSU-Slogan kaperte

Markus Söder sieht sich als Macher-Typ. Den Wahlkampf-Slogan „Söder macht’s“ hat aber im Netz nun die Bayern-SPD gekapert.
Markus Söder sieht sich als Macher-Typ. Den Wahlkampf-Slogan „Söder macht’s“ hat aber im Netz nun die Bayern-SPD gekapert. © Foto: Peter Kneffel/dpa
München / Roland Müller 21.08.2018
Die SPD hat in Bayern nicht viel zu lachen. Nun ist ihr mit der Kaperung eines CSU-Slogans im Netz ein Coup gelungen. Ob’s hilft?

Das Handeln mit Web-Adressen (Domains) war mal so eine Art Goldgräber-Traum im Internet: Wer zuerst kam, kriegte den Zuschlag – und hoffte auf den  Geldregen, wenn jemand die Adresse abkaufte. Die teuerste war bisher natürlich „sex.com“ (13 Millionen Dollar). Ob die Investition eines bayerischen Online-Händlers in „whisky.com“ (3,1 Millionen) eine Schnapsidee war, ist noch unklar.

Ebenfalls in Bayern hat nun die SPD eine Webseite in Geiselhaft genommen – den Gewinn wollen sich die Genossen aber lieber in Wählerstimmen auszahlen lassen. Die CSU macht gerade groß Wahlkampf mit dem Slogan „Söder macht’s!“ Dabei hat sie aber vergessen, sich gleichnamige Webseiten zu sichern.

Spott auch auf Facebook und Twitter

Unter soeder-­machts.de zählt nun die SPD alle (angeblichen) Missgriffe des Ministerpräsidenten auf: Ein verfassungswidriges Polizeigesetz? 32.000 öffentliche Wohnungen an Investoren verscherbeln? „Söder macht’s!“ Auch auf Twitter und Facebook postet nun die SPD mit dem Slogan.

Die gebeutelten Genossen kosten den Sieg im Netz weidlich aus – viel zu lachen haben sie in Bayern ja sonst nicht. Die CSU sei unprofessionell. „Es gehört eigentlich zum digitalen Grundwissen, dass man sich das sichert“, spottet ein Sprecher. Die CSU reagierte, wie man heute so reagiert: Generalsekretär Markus Blume wirft der SPD „Fake-News“ vor. Ob schon Geld für den Kauf gesammelt wird, ist unbekannt.

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