US-Wahl „Bannerträger der Furcht“ - Reaktionen zum Wahlergebnis

Der neue Mr. President: Die Reaktionen auf das Ergebnis der US-Wahl fallen weltweit unterschiedlich aus.
Der neue Mr. President: Die Reaktionen auf das Ergebnis der US-Wahl fallen weltweit unterschiedlich aus. © Foto: Tannen Maury (dpa)
SWP/dpa 09.11.2016

Es ist entschieden - Donald Trump wird neuer Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Reaktionen dazu fallen unterschiedlich aus, hier laufen ständig die neusten Reaktionen ein.

Kanadas Premierminister Justin Trudeau: „Kanada hat keinen engeren Freund, Partner und Verbündeten als die Vereinigten Staaten. Wir freuen uns darauf, in den kommenden Jahren mit dem designierten Präsidenten Trump, dessen Regierung und dem Kongress der Vereinigten Staaten bei Themen wie Handel, Investitionen und internationalem Frieden und Stabilität zusammenzuarbeiten.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat dem künftigen US-Präsidenten Donald Trump zur Wahl gratuliert und ihm eine enge Zusammenarbeit angeboten. Allerdings fügte sie auch hinzu: „Wer dieses große Land regiert, mit seiner gewaltigen wirtschaftlichen Stärke, seinem militärischen Potenzial, seiner kulturellen Prägekraft, der trägt Verantwortung, die beinahe überall auf der Welt zu spüren ist“ Sie betonte, dass Deutschland und Amerika durch Werte verbunden seien, nämlich Demokratie, Freiheit, den Respekt vor dem Recht sowie der Würde des Menschen unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung oder politischer Einstellung. „Auf der Basis dieser Werte biete ich dem künftigen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Donald Trump, eine enge Zusammenarbeit an.“

US-Präsident Barack Obama hatte nach dem Wahlsieg von Trump seine Landsleute zur Einigkeit aufgerufen. Der Wahlkampf sei zwar anstrengend, stressig und manchmal auch einfach nur seltsam gewesen, aber: „Egal was passiert, die Sonne wird morgen wieder aufgehen, und Amerika wird auch weiterhin das großartigste Land auf der Welt sein.“

Österreichs Bundeskanzler Christian Kern: „Wahlergebnisse lügen nicht. Viele Menschen in den Vereinigten Staaten haben das politische System nachhaltig abgelehnt.“

Groß-Britanniens Premierministerin Theresa May hofft, so rasch wie möglich mit Trump über die „besonderen Beziehungen“ zwischen beiden Ländern sprechen zu können. Man habe gemeinsame Werte wie Freiheit, Demokratie und freies Unternehmertum. „Wir sind starke und enge Partner im Handel, in der Sicherheit und in der Verteidigung und werden es bleiben.“

Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim: „Ich appelliere von hier aus offen an den neuen Präsidenten, den auf dem Boden der Vereinigten Staaten von Amerika lebenden Fethullah Gülen, umgehend an unser Land auszuliefern.“

Als einer der ersten Staatschefs weltweit hat Russlands Präsident Wladimir Putin dem US-Wahlsieger gratuliert. Er hoffe, dass es ihnen gemeinsam gelingen werde, die russisch-amerikanischen Beziehungen aus der Krise zu holen, schrieb Putin am Mittwoch in einem Telegramm.

AfD-Vorsitzende Frauke Petry: „Dieses Wahlergebnis macht Mut für Deutschland und Europa, denn Trump hat tatsächlich die Karten zur politischen Zeitenwende in der Hand.“

SPD-Chef Sigmar Gabriel forderte einen Kurswechsel in Deutschland und Europa, um Populisten das Wasser abzugraben: „Trump ist auch eine Warnung an uns.“

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat nach dem Wahlsieg von Donald Trump die Hoffnung ausgedrückt, dass es „nicht zu größeren Verwerfungen in der internationalen Politik“ komme. „Wir wissen nicht, wie Donald Trump Amerika regieren wird. Aber wir haben das Ergebnis zu akzeptieren und akzeptieren es. Nichts wird einfacher, vieles wird schwieriger“
Südwestmetall-Chef Stefan Wolf: „Meine Befürchtung ist, dass Trump in der Wirtschafts- und Handelspolitik den amerikanischen Interessen rigoros den Vorzug geben wird. Jedenfalls hat er einem weiteren Ausbau des Freihandels, etwa über das TTIP-Abkommen, bisher eine klare Absage erteilt, TTIP dürfte damit tot sein.“

FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke: „Diese Wahl stellt die Werte der westlichen Demokratie auf den Prüfstand. Der Trivialpopulismus wird immer mehr hoffähig. Es wird für die etablierten politischen Kräfte der liberalen Demokratie darum gehen, verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen.“

SPD-Landeschefin Leni Breymaier: „Testosteron und Aggression ziehen ins Weiße Haus ein. Das finde ich ziemlich bitter. Mein Frauenherz blutet. Und mein linkes Herz blutet auch“

Der baden-württembergische AfD-Fraktionschef und AfD-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen sieht den Erfolg von Donald Trump bei den US-Präsidentschaftswahlen als „Sieg über das Establishment“.

Schauspieler Walter Sittler sagt, der Wechsel biete die Möglichkeit, nicht immer nur nach Amerika hochzuschauen, sondern sich „in aller Ruhe zu emanzipieren. Wenn Resteuropa das schafft, kann es auch ein Gewinn sein.“

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU): „Das war schon ein schwerer Schock, als ich gesehen habe, wohin die Entwicklung geht. Auch wenn dieser Wahlkampf getränkt war von Herabwürdigung, von Spaltung: Es ist eine demokratische, freie Wahl. Und wir müssen uns jetzt mit den Realitäten auseinandersetzen.“

SPD-Fraktionschef Andreas Stoch hätte es nach eigenen Worte niemals für möglich gehalten, dass Donald Trump US-Präsident wird. Trump sage bewusst die Unwahrheit, diskriminiere Minderheiten, habe ein sexistisches Frauenbild und habe im Wahlkampf völlig haltlose Versprechungen gemacht. Stoch fügte hinzu: „Dennoch müssen wir akzeptieren, dass er gewählt wurde, und die guten transatlantischen Beziehungen fortsetzen“

Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU): „Wir müssen auch mit Donald Trump als neuem US-Präsidenten möglichst gut zusammenarbeiten“

Die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen: „Herzlichen Glückwunsch dem neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, und dem amerikanischen Volk, frei“

Der frühere Schach-Weltmeister Garri Kasparow: „Winter ist da.“

Popstar Katy Perry: „Uns wird man niemals zum Schweigen bringen“

Sängerin Cher: „So wie in Deutschland in den 30ern haben Ärger und Wut die USA erfasst.“

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz: „Herrn Trump ist es gelungen, Bannerträger der Furcht und der Ängste von Millionen Amerikanern zu werden. Diesen Sorgen muss jetzt mit glaubwürdiger Politik und Vorschlägen Rechnung getragen werden.“

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD): „Die Welt wird nicht untergehen, sie wird nur noch verrückter.“

Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU): „Noch nie war es so wichtig einen kühlen Kopf zu bewahren wie an diesem Morgen.“

Behrus Kamlwandi, Sprecher der iranischen Atomorganisation: „Wir müssen uns alle erst einmal beruhigen und abwarten, bis der neue US-Präsident seine konkrete Politik (mit Blick auf das Atomabkommen mit dem Iran) bekanntgibt“ Trump hatte sich im Wahlkampf für eine Annullierung des Abkommens ausgesprochen.

Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Lu Kang: „Wir hoffen, dass die neue Administration der USA gute und stabile Beziehungen zu China fortsetzt und ausbaut, wovon beide Ländern und die Völker der Welt profitieren werden“

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat Donald Trump dazu aufgerufen, das Engagement der Vereinigten Staaten im Nato-Bündnis nicht zu reduzieren: „US-Führung ist nach wie vor von großer Bedeutung. Eine starke Nato ist gut für die Vereinigten Staaten und gut für Europa.“

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