Der Bundeschef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow, hat die Betriebsratsvorsitzende der GdP-Bundesgeschäftsstelle in Berlin von ihrer Arbeit als Referentin suspendiert. Als Begründung für die Anordnung habe Malchow ausgeführt, dass sie „bei der Einladung zur Klausursitzung des Bundesvorstands auf die Anfahrt mittels Bahntickets der Klasse 2 verwiesen habe“, heißt in einem Schreiben des Betriebsrats an den GdP-Bundesvorstand, das der SÜDWEST PRESSE vorliegt. Malchow habe ausgeführt, er vermute, dass sie beabsichtigt habe, „damit Ärger des Bundesvorstands auf ihn zu lenken“. Damit sei „eine vertrauensvolle Zusammenarbeit nicht mehr möglich“.

Mitglieder des Bundesvorstands dürfen ab einer bestimmten Kilometerzahl 1. Klasse fahren. Die von der Freistellung Betroffene hatte in gut 14 Jahren Tätigkeit für die GdP keine Abmahnung erhalten. Seit 2018 sitzt sie dem Betriebsrat vor. Kollegen der Bundesgeschäftsstelle seien besorgt, dass auch sie „bei nichtigen Fehlern mit Suspendierungen und dem Verlust des Arbeitsplatzes rechnen müssten“, klagt der Betriebsrat.

Mobbing-Vorwürfe gegen Malchow

Das Gremium hatte sich erst am 25. Januar 2019 in einem Schreiben hilfesuchend an den 33-köpfigen Bundesvorstand gewandt und gegen Malchow schwere Mobbing-Vorwürfe erhoben: Durch die „inakzeptable mehrfache Vorgehensweise“ des Bundeschefs hätten verschiedene Kolleginnen „in erheblicher Weise psychischen Schaden genommen“. Die GdP-Spitze reagierte mit dem Versuch der außerordentlichen Kündigung der Arbeitsverhältnisse der Vorsitzenden des Betriebsrats sowie ihres Stellvertreters. Die Fälle liegen beim Arbeitsgericht Berlin, wie dieses bestätigte. Anfragen an Malchow in der Sache beantwortete ein GdP-Sprecher mit dem Hinweis, dass man sich „zu innerbetrieblichen, arbeitsrechtlichen Konflikten nicht in der Öffentlichkeit“ äußere. Im Bundesvorstand, der nächste Woche zu einer Klausurtagung zusammenkommt, ist Malchows Vorgehen umstritten.

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