Der Rechtsanwalt einer erfundenen Nebenklägerin im Münchner NSU-Prozess steht von Freitag (09.00 Uhr) an in Aachen vor Gericht. Er ist unter anderem wegen Betrugs angeklagt. Der Anwalt soll beim NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München ein Opfer des Nagelbombenanschlags vom Juni 2004 in der Kölner Keupstraße vertreten haben, das es in Wirklichkeit gar nicht gab. Dafür soll er von 2013 bis 2015 zu Unrecht Zahlungen von insgesamt mehr als 200.000 Euro erhalten haben, wie das Landgericht Aachen mitteilte.

Angeklagter bestreitet die Vorwürfe

Der Angeklagte aus Eschweiler bestreitet die Vorwürfe. Er habe nicht gewusst, dass das Opfer gar nicht existierte. Ein echter, mittlerweile verstorbener Nebenkläger im NSU-Prozess soll dem 52 Jahre alten Anwalt gefälschte Unterlagen des angeblichen Opfers gegen eine Provision angeboten haben. Für den Prozess sind elf Verhandlungstage bis Ende November angesetzt.