Bundesweit finden am Montag „Segnungsgottesdienste für Liebende“ in katholischen Kirchen statt. Dabei sollen auch homosexuelle Paare gesegnet werden, was der Vatikan kürzlich ausdrücklich verboten hat. Insgesamt geht es um rund 100 Gottesdienste, von denen einige auch schon am Sonntag abgehalten worden sind. Eine Aktion dieser Art und Größenordnung hat es in der Kirche bisher noch nicht gegeben. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, ist zwar nicht grundlegend gegen solche Segnungen, hat die Initiative aber kritisiert: Segnungsgottesdienste seien „nicht als Instrument für kirchenpolitische Manifestationen oder Protestaktionen geeignet“, sagte er.
Einer der Initiatoren, Pfarrer Bernd Mönkebüscher aus Hamm, widersprach dem. Natürlich dürften Gottesdienste nicht instrumentalisiert werden. „Andererseits ist jeder Gottesdienst politisch“, sagte Mönkebüscher der Deutschen Presse-Agentur. „Jetzt in diesem Zusammenhang finde ich, dass die Gottesdienste ein Schulterschluss sind mit all denjenigen, die sich von diesem Nein aus Rom verletzt fühlen. Das Wort "Protest" ist von den Initiatoren an keiner Stelle verwendet worden.“ Das sei erst in der Erklärung von Bätzing aufgetaucht.