Olaf Scholz konnte nicht mit leeren Händen nach Hause kommen. Dennoch handelt es sich bei der Menge an Flüssigerdgas, die im Dezember über die neuen LNG-Terminals aus den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Deutschland geliefert werden soll, um Peanuts, die Lieferung hat eher Symbolcharakter. Wie viel anschließend ab 2023 geliefert werden soll, ist unklar geblieben.
Ohnehin wird Gas aus dem arabischen Raum wohl nur einen Baustein von vielen in der zukünftigen Versorgung ausmachen, auch die Kataris werden ihre Fördermengen nicht nennenswert ausweiten können. Der größte Anteil wird in Zukunft wohl aus den USA kommen, eine aktuelle Studie hält einen Anteil von 30 bis 40 Prozent für möglich, sollte auch nach dem Ukrainekrieg kein Gas aus Russland kommen.
Die Autoren geben zu bedenken, dass Deutschland, das sich zum Ziel gesetzt hat, sich nie wieder zu stark an einen einzigen Anbieter zu binden, eine neue Abhängigkeit eingehen könnte. Anders als Pipeline-Gas lassen sich LNG-Lieferungen allerdings leichter auf dem Weltmarkt ersetzen. Von neuer Abhängigkeit zu sprechen, ist daher übereilt.