Als die erste Prognose auf der Leinwand aufflackert, ist der Jubel in den Reihen der AfD-Anhänger eher verhalten, dennoch: Die Partei zieht mit einem zweistelligen Ergebnis  zum ersten Mal in den Bayerischen Landtag ein. Knapp 11 Prozent für die sogenannte Alternative für Deutschland lautet das Ergebnis dann schließlich nach den Hochrechnungen. Während die mehr als 18 Prozent der Grünen mit einem Raunen im Saal bedacht werden, jubelt die Menge, als das vorläufige Ergebnis der SPD  von knapp 10 Prozent verkündet wird.
Etwa 200 Mitglieder und Anhänger der AfD sind an diesem Abend in einem Landgasthof in der niederbayerischen 3000-Seelen-Gemeinde Mamming zusammengekommen. 400 Teilnehmer hatte die Partei vorab angekündigt. Dass nicht nur mit mehr Gästen, sondern auch mit einem höheren Ergebnis gerechnet wurde, stört die Feierlaune der AfD vorerst nicht. Bereits seit dem späten Nachmittag stoßen die überwiegend männlichen Besucher bei Blasmusik miteinander an. Beim pompösen Einmarsch der Parteiprominenz werden Fahnen in blau-weiß und schwarz-rot-gold geschwenkt. Kurz nach 18 Uhr gibt es Freibier für alle.
Im Wahlkampf hatte man sich gegen einen landesweiten Spitzenkandidaten entschieden. Inhalte, so die Partei, seien wichtiger als Personen. Dass die größte AfD-Wahlparty im Freistaat in einem kleinen Ort in Niederbayern – über eine Autostunde von München entfernt – stattfindet, mag jedoch zumindest zum Teil an einer Person liegen: Katrin Ebner-Steiner ist Vizevorsitzende des Landesverbandes und Gesicht der AfD im Kreis Deggendorf. Bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr erzielte sie dort für ihre Partei 19 Prozent der Zweitstimmen.
Am frühen Abend betritt sie im Dirndl die Bühne, gibt sich provokant wie immer. Bayern sei ein gottgesegnetes Land, ruft die 40-Jährige und fügt in kämpferischem Ton hinzu: „Das Ergebnis ist ein Signal an Merkel, sie muss weg!“ Auf jeden ihrer Sätze folgen frenetischer Applaus und „Bravo“-Rufe.  Auch die AfD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Alice Weidel, ist ein heftig beklatschter Gast in Mamming. Sie bezeichnet das Ergebnis als „fulminanten Wahlerfolg“ und fordert lautstark Neuwahlen in Berlin.
Als das Ergebnis im Laufe des Abends sogar noch etwas sinkt, ist es nicht mehr ganz so laut im Saal. „Wir sind noch nicht zufrieden“, so ein paar Männer am blau-weiß geschmückten Tisch.  Auch draußen ist es ruhig: Von Demonstrationen gegen die Rechtspopulisten ist vor dem Landgasthof nichts zu sehen, nur einige wenige Polizisten sichern die Veranstaltung ab.

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