Die Kanzlerin wird mit Erdogan voraussichtlich über das Thema Migration und die Aufnahme von Geflüchteten sprechen. In der Vergangenheit habe Merkel auch Bürgerrechte und den Umgang mit der Zivilgesellschaft angesprochen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert vor dem Treffen.
Bei der Aufnahme von Geflüchteten spielt die Türkei eine zentrale Rolle. Das Land hat bereits rund 3,7 Millionen Geflüchtete aus Syrien sowie Hunderttausende Migranten aus anderen Ländern, etwa aus Afghanistan aufgenommen.
Merkel ist Mitarchitektin des sogenannten Flüchtlingspakts zwischen der Türkei und der EU. In dem Rahmen erhält die Türkei unter anderem finanzielle Unterstützung für die Syrer im Land. Die EU hat der Türkei weitere Gelder in Aussicht gestellt. Ankara könnte das Geld auch zur Unterstützung von Afghanen verwenden. Erdogan hat aber wiederholt betont, dass sein Land keine weiteren Geflüchtete, etwa aus Afghanistan aufnehmen werde. Die Türkei sei nicht das Flüchtlingslager Europas, hatte er gesagt.
Die Beziehungen der Türkei zu Deutschland sowie mit der EU gelten als schwierig. Insbesondere die Inhaftierung und Strafverfolgung von deutschen Staatsbürgern sowie türkischen Oppositionellen sorgt immer wieder für Kritik. Zuletzt gab es aber wieder eine Annäherung.