Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Landeschefs haben sich in der Frage der Schulen in Deutschland geeinigt. Demnach soll der Schulbetrieb in Deutschland am 4. Mai schrittweise wieder aufgenommen werden, und zwar beginnend mit
  • den Abschlussklassen
  • den Klassen, die im kommenden Jahr Prüfungen ablegen
  • und den obersten Grundschulklassen
wieder aufgenommen werden.
Anstehende Prüfungen sind bereits vorher möglich.
Die Wiederöffnung muss nach den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) „ganz behutsam“ vonstatten gehen. „Ich weiß, wie viele Menschen in Deutschland gerade diese Diskussion verfolgen. Denn es ist natürlich eine ganz, ganz schwierige Situation für Eltern“, sagte Merkel am Mittwoch nach Beratungen mit den Regierungschefs der Länder. Mit Blick auf den Schutz von Menschenleben müsse man hier „ganz behutsam, ganz schrittweise vorgehen“.

Konzept für Hygiene und Schutzmaßnahmen gegen Corona in Schulen

In einer Beschlussvorlage für die Schaltkonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten war die Rede davon, dass die Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) bis zum 29. April ein Konzept vorlegen solle, „wie der Unterricht unter besonderen Hygiene- und Schutzmaßnahmen, insbesondere unter Berücksichtigung des Abstandsgebots durch reduzierte Lerngruppengrößen, insgesamt wieder aufgenommen werden kann“.
Dabei solle neben dem Unterricht auch das Pausengeschehen und der Betrieb der Schulbusse berücksichtigt werden. „Jede Schule braucht einen Hygieneplan.“ Die Schulträger seien aufgerufen, die hygienischen Voraussetzungen vor Ort zu schaffen und dauerhaft sicherzustellen.

Gewerkschaften kritisieren Entscheidung zu Schulen

Der angekündigte schrittweise Schulstart Anfang Mai nach der wochenlangen Corona-Pause kommt nach Ansicht der baden-württembergischen Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zu früh. Er sei außerdem in der von Bund und Ländern beschlossenen Form zu umfangreich, zu riskant und organisatorisch kaum umzusetzen, kritisierte die Vorsitzende Doro Moritz.

Emotionale Beunruhigung für Schüler in Prüfungen

„Ich sehe ein, dass das für die Prüfungsklassen auch eine emotionale Beruhigung sein kann“, sagte Moritz. Für die obersten Grundschulklassen sei es hingegen unnötig, zu diesem Zeitpunkt den Unterricht bereits wieder aufzunehmen. „Das klingt, als gebe es eine Art Grundschulabitur“, sagte Moritz. Es sei zudem nicht geklärt, wie Schüler und Lehrer ausgestattet werden können, um die Empfehlung zum Tragen einer Maske umzusetzen.

Söder: Rückkehr zum Schulbetrieb in Bayern erst ab 11. Mai

Besonders vom Coronavirus betroffene Länder können nach Worten von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) von der gemeinsamen Bund-Länder-Linie abweichen. Bayern beispielsweise will mit dem Schulbetrieb erst ab 11. Mai statt ab 4. Mai schrittweise wieder beginnen.
Man habe Spielräume und einen Rahmen entwickelt, weil die Länder unterschiedlich betroffen seien, sagte Söder am Mittwoch nach knapp vierstündigen Beratungen von Bund und Ländern. Für Bayern sagte Söder bereits: „Wir werden das vorsichtiger angehen und etwas zurückhaltender angehen.“ Und auch bei der Öffnung bestimmter Läden werde man „twas zeitversetzt“ vorgehen, kündigte er an.

Schulen in Dänemark seit Mittwoch wieder offen

Für Zehntausende dänische Kinder hat am Mittwoch der vorsichtige Rückweg aus der Zeit der strikten Corona-Maßnahmen begonnen. Als erstes Land Europas, das sich in der Corona-Krise zur Schließung seiner Schul- und Tageseinrichtungen entschlossen hatte, öffnete Dänemark seine Kinderkrippen, Kindergärten und Schulen bis zur fünften Klasse wieder.