Trotz vieler Spekulationen im Vorfeld ist der CDU-Landesvorsitzende Thomas Strobl mit einem soliden Ergebnis im Amt bestätigt worden. 249 von 299 der gültigen Stimmen entfielen auf ihn, das entspricht 83,3 Prozent. Damit hat Strobl sein Ergebnis von 2017 sogar verbessert: Damals hatte er 82 Prozent erreicht.

Thomas Strobl: „Man überlegt, wägt ab, zweifelt“

Strobl gilt in der Partei als durchaus umstritten. In seiner Rede hatte Strobl die Spekulationen der vergangenen Wochen um seine Person direkt angesprochen: Diese seien "nicht spurlos" an ihm vorübergegangen. "Man überlegt, wägt ab, zweifelt, manchmal ist man verzweifelt", sagte Strobl. Viele in der CDU trauen ihm nicht mehr zu, die Partei als Spitzenkandidat in die Landtagswahl 2021 zu führen. Er habe aus den Debatten den Schluss gezogen, zu "kämpfen". Dies sei aber nicht als Anspruch auf die Spitzenkandidatur für die Wahl 2021 zu werten. Diese Entscheidung stehe jetzt noch nicht an.

"Alles hat seine Zeit. Alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde", sagte Strobl. Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten solle man im persönlichen Austausch austragen, "nicht überwiegend über die Zeitungen" - ein Seitenhieb auf seine Gegner, die Kultusministerin Susanne Eisenmann als geeignetere Spitzenkandidatin sehen. Sie zog mit 83,4 Prozent erneut ins Präsidium ein.

CDU: Kräfte für Europa- und Kommunalwahlen bündeln

Jetzt müsse es zunächst darum gehen, Geschlossenheit zu zeigen und die Kräfte für die anstehenden Europa- und Kommunalwahlen zu bündeln. "Die Leute wollen nicht wissen, wer wen nicht mag, sondern wie wir ihre Probleme lösen."
Die CDU sei ein Garant für ein stabiles Europa. "Wir wollen Europa verteidigen, weil wir wissen dass wir etwas zu verlieren haben." Rechtspopulistische Parteien wie die AfD stünden für Nationalismus, Hass und Hetze. "Einer solchen Partei werden wir nie Europa überlassen", sagte Strobl. Für die Kommunawahl gebe es viele CDU-Kandidaten vor Ort, die "brennen". "Diese Schlagkraft fürchten unsere Gegner, diese werden wir sie am 26. Mai spüren lassen", sagte Strobl.
Mit seiner kämpferischen Rede brachte Strobl den anfangs zurückhaltenden Saal hinter sich. "2021 verjagen wir die Grünen aus der Villa Reitzenstein", rief Strobl und erntete lang anhaltenden Applaus.

Das könnte dich auch interessieren: