Knapp zwei Wochen vor der Bundestagswahl stemmt sich die CSU auf ihrem Parteitag gegen den seit Wochen anhaltenden Abwärtstrend der Union im Kampf ums Kanzleramt. Zum Auftakt des zweitägigen Parteitags am Freitag in Nürnberg steht die turnusmäßige Neuwahl von CSU-Chef Markus Söder auf dem Programm. Der bayerische Ministerpräsident ist seit Anfang 2019 auch Parteichef - damals wurde er mit 87,4 Prozent der Stimmen ins Amt gewählt.
Die Vorzeichen für den Parteitag sind aber denkbar schlecht. In Umfragen liegt die Union bundesweit bei historischen Tiefstwerten zwischen 20 und 25 Prozent, die CSU in Bayern dümpelt mit 28 Prozent auch fernab früherer Jahre. Zur Erinnerung: 2017 bei der Bundestagswahl holte die Union 32,9 Prozent, die CSU fuhr damals mit 38,8 Prozent eines ihrer bis dato schlechtesten Ergebnisse ein.
Söders Wiederwahl gilt dennoch als sicher. In der CSU wird davon ausgegangen, dass sein Wahlergebnis gerade wegen der Krise sogar besser ausfallen könnte als vor zweieinhalb Jahren. Mit einem schwachen Ergebnis für Söder würde die Parteibasis ein klares Zeichen gegen die viel beschworene Geschlossenheit setzen und so die Erfolgschancen bei der Wahl am 26. September wohl noch mehr senken.
Neben einer Fülle von Anträgen der Basis - etwa zur Ablehnung von Vorschriften für gendersensible Sprache - will der Parteitag zudem über einen Leitantrag abstimmen, der sich insbesondere an die verunsicherten konservativen Stammwähler richtet. Darin warnt die CSU vor den Folgen von Linksregierungen mit SPD, Grünen und der Linken beziehungsweise FDP, sollte die Union nicht stärkste Kraft im neuen Bundestag werden.
Mit Spannung erwartet wird am Samstag dann der Auftritt von Unionskanzlerkandidat und CDU-Chef Armin Laschet. Nachdem dieser in Bayern noch immer generell und auch in Reihen der CSU keine guten Sympathiewerte hat, soll seine Rede die Reihen schließen.