Vertreter von mehr als 80 Staaten und Organisationen wollen am dienstag bei einer Online-Geberkonferenz über neue Hilfen für das Bürgerkriegsland Syrien beraten. Ziel ist vor allem, Unterstützung für die notleidende Zivilbevölkerung und die zahlreichen Syrien-Flüchtlinge in benachbarten Ländern zu organisieren. Zudem soll zumindest am Rande auch darüber gesprochen werden, wie die Bemühungen um eine friedliche Lösung des Syrien-Konflikts gefördert werden können. Für die Bundesregierung nimmt Außenminister Heiko Maas an der von der EU und den Vereinten Nationen organisierten Konferenz teil.

Kein offizielles Ziel für Hilfszusagen

Ein offizielles Ziel für Hilfszusagen gibt es in diesem Jahr nicht. Dies dürfte bedeuten, dass mit einer geringeren Summe als bei der Konferenz im vergangenen Jahr gerechnet wird. Damals waren für 2019 rund 6,2 Milliarden Euro und für die Zeit danach 2,1 Milliarden Euro zugesagt worden.
In dem seit mehr als neun Jahren andauernden Bürgerkrieg in Syrien gab es nach Schätzungen bereits mehr als 400.000 Tote, Millionen Menschen sind weiter auf der Flucht. Alle Versuche, einen politischen Übergang auf den Weg zu bringen, scheiterten bisher. Die Regierung von Präsident Baschar al-Assad kontrolliert mittlerweile wieder einen Großteil des Landes .

Corona und Wirtschaftskrise verschärfen die Not

Zuletzt sorgte eine schwere Wirtschaftskrise für zusätzliche Not. Das syrische Pfund hat in den vergangenen Monaten massiv an Wert verloren. Die Corona-Pandemie und neue US-Sanktionen haben die Lage weiter verschärft. Nach Angaben der EU waren zuletzt 11,7 Millionen Menschen in Syrien auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die Zahl der ins Ausland geflüchteten Syrrer wird auf 5,6 Millionen geschätzt.