Unwort „Alternative Fakten“ ist das „Unwort des Jahres“

Für 2017 wählte die Jury den Begriff "Alternative Fakten" zum Unwort des Jahres. Die Floskel hatte Donald Trumps Beraterin Kellyanne Conways verwendet. Sie rechtfertigte damit in einem TV-Interview die Aussage des Pressesprechers des Weißen Hauses, wonach bei der Amtseinführung Donald Trumps deutlich mehr Menschen anwesend gewesen seien, als bei der von Barack Obama.
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2016 machte „Volksverräter“ das Rennen. Als aussichtsreich galten im Vorfeld Begriffe wie „Umvolkung“ und „Rapefugees“.
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Bei Wahlen zum Unwort des Jahres in Deutschland erhielt das Wort „Gutmensch“ für das Jahr 2011 den zweiten und für 2015 den ersten Platz.
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2014 haben Sprachwissenschaftler "Lügenpresse" zum Unwort des Jahres gekürt. Der Ausdruck setzte sich gegen Vorschläge wie "Putin-Versteher" und "Pegida" durch.
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2013: "Sozialtourismus" - Mit dem Schlagwort machten einige Politiker und Medien gezielt Stimmung gegen unerwünschte Zuwanderer, insbesondere aus Osteuropa. Die Flucht aus einer Not werde zu einer Vergnügungsreise verdreht, urteilte die Jury der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS).
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2012: "Opfer-Abo" - Jörg Kachelmann äußerte anderthalb Jahre nach seinem Freispruch die Ansicht, dass Frauen in der Gesellschaft ein "Opfer-Abo" hätten. Die Jury kritisierte den Begriff dafür, dass er Frauen "pauschal und in inakzeptabler Weise" unter den Verdacht stelle, sexuelle Gewalt zu erfinden und damit selbst Täterinnen zu sein.
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2011: "Döner-Morde" - Der Ausdruck stehe prototypisch dafür, dass die politische Dimension der Mordserie jahrelang verkannt oder willentlich ignoriert wurde. Durch die Reduktion auf ein Imbissgericht würden die Opfer der Morde in höchstem Maße diskriminiert und ganze Bevölkerungsschichten aufgrund ihrer Herkunft ausgegrenzt.
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2010: "alternativlos" - Das Wort suggeriere sachlich unangemessen, dass es bei einem Entscheidungsprozess von vornherein keine Alternativen und damit auch keine Notwendigkeit der Diskussion und Argumentation gebe. Behauptungen dieser Art seien 2010 zu oft aufgestellt worden, sie drohten, die Politikverdrossenheit in der Bevölkerung zu verstärken.
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2009: "betriebsratsverseucht" - Die Wahrnehmung von Arbeitnehmerinteressen störe zwar viele Unternehmen, Betriebsräte als Seuche zu bezeichnen, sei jedoch "ein sprachlicher Tiefpunkt im Umgang mit Lohnabhängigen". Bekannt wurde der Begriff durch seine Verwendung in der ARD. Nach Angaben eines Mitarbeiters der Baumarktkette Bauhaus wird er von Abteilungsleitern der Baumarktkette gebraucht, wenn Mitarbeiter aus einer der drei Filialen mit einem Betriebsrat in eine ohne wechseln wollen.
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2008: "notleidende Banken" - Der Begriff stelle das Verhältnis von Ursachen und Folgen der Weltwirtschaftskrise auf den Kopf. Während die Volkswirtschaften in ärgste Bedrängnis geraten seien und die Steuerzahler Milliardenkredite mittragen müssten, würden die Banken, durch deren Finanzpolitik die Krise verursacht worden sei, zu Opfern stilisiert.
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2007: "Herdprämie" - Ist eine abwertende Bezeichnung für Geld, das Eltern erhalten sollen, die ihre Kinder zuhause selbst auf- und erziehen und nicht in einer Kindertagesstätte betreuen lassen wollen - als negativer Gegensatz zur Berufstätigkeit statt alleiniger Kindererziehung.
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2006: "freiwillige Ausreise" - Bezieht sich darauf, dass viele abgelehnte Asylbewerber vor einer drohenden Abschiebung "freiwillig" in ihre Heimat zurückkehren. Tatsächlich hätten sie aber keine andere Wahl.
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2005: "Entlassungsproduktivität" - Gewinne aus Produktionsleistungen eines Unternehmens, nachdem zuvor zahlreiche für "überflüssig" befundene Mitarbeiter entlassen wurden.
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2004: "Humankapital" - degradiert Menschen zu nur noch ökonomisch interessanten Größen.
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2003: "Tätervolk" - Ist ein grundsätzlich inakzeptabler Kollektivschuldvorwurf, den Martin Hohmann als möglichen Vorwurf gegen Juden gebraucht hatte.
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2002: Das Unwort des Jahres lautete "Ich-AG". Dabei werden Einzelunternehmen von Arbeitslosen gegründet, die dafür einen Existenzgründungszuschuss erhalten - der Zuschuss wurde für Gründungen bis zum 30. Juni 2006 gezahlt.
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2001: In diesem Jahr schaffte es der Begriff " Gotteskrieger - Die Jury der Gesellschaft für deutsche Sprache begründete ihre Entscheidung damit, dass „kein Glaube an einen Gott gleich welcher Religion […] einen Krieg oder gar Terroranschläge rechtfertigen“ könne.
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2000: Der Ausdruck „national befreite Zone“ war das Unwort des Jahres. Die Jury prangerte damit den Zynismus der Formulierung an: Durch terroristische Übergriffe würden Ausländer und Angehörige anderer Minderheiten vertrieben und die Anwohner eingeschüchtert. Der Begriff "Humankapital" als Bezeichnung von Kindern stand ebenfalls zur Debatte.
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Darmstadt / 16. Januar 2018, 10:04 Uhr

Unwort des Jahres: Sozialtourismus

Mitten in der Debatte über Zuwanderung ist der Begriff "Sozialtourismus" zum "Unwort des Jahres 2013" gewählt worden.

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