So gute Stimmung wie auf dem Grünen-Parteitag gab es zuletzt kaum in der deutschen Bundespolitik. Selbst die Rückkehr der schmutzigsten Braunkohlekraftwerke Europas und der geplante Einsatz von schwimmenden Öl-Kraftwerken, die man sonst nur aus Entwicklungsländern kennt, und die nun auch in Deutschland als Ersatz für das niedersächsische AKW ans Netz sollen, konnten die Laune bei der Klimapartei nicht trüben. Dass das Kernkraftwerk Emsland in der Energiekrise weiterlaufen kann, haben die Delegierten per Beschluss verhindert. Selbst wenn Wirtschaftsminister Habeck wollte, kommen die Abgeordneten im Bundestag kaum an diesem Beschluss vorbei.
Streit über AKW-Laufzeitverlängerung Der Atomkonflikt in der Ampel spitzt sich zu

Berlin

Auf die Stimmung in der Bundesregierung dürfte der Parteitag in Bonn deswegen die genau gegenteilige Wirkung haben. Denn im Konflikt um längere AKW-Laufzeiten lässt seine Partei Habeck im Grunde keinen Verhandlungsspielraum mehr. Die FDP und deren Vorsitzender Lindner taumeln damit nach den allesamt verlorenen Landtagswahlen der vergangenen Monate wohl der nächsten Niederlage entgegnen. Der Umgangston in der Ampel dürfte damit rauer werden.