Berlin / bb

Deutlich weniger Menschen als erwartet haben in Berlin-Mitte am Samstagnachmittag gegen die EU-Urheberrechtsreform und sogenannte Uploadfilter demonstriert. Rund 70 Teilnehmer beteiligten sich nach Veranstalterangaben an dem Protestzug der Piratenpartei, angemeldet waren 500. Die Filter prüfen beim Hochladen auf eine Website, ob das Material gegen Urheberrechte verstößt.

Unter dem Motto „Save Your Internet“ zogen die Demonstranten vom Bahnhof Friedrichstraße zur EU-Kommission am Brandenburger Tor. Auf Plakaten wurden Slogans gezeigt wie „CO2-Filter statt Internet-Filter“, „Wir sind keine Bots“ und „Dieses Plakat ist in Europa zensiert“. Der EU-Rat will am Montag über die Urheberrechtsreform abstimmen.

Die Piratenpartei sei nicht generell gegen Reformen des Urheberrechts, sagte der Berliner Landesvorsitzende, Simon Kowalewski. „Große Internet-Plattformen sollten schon für Inhalte zahlen.“ Die Reform dürfe jedoch nicht dazu führen, dass sich kleinere Anbieter und Privatuser aufgrund von Bürokratie und hohem Technikaufwand aus dem Netz zurückziehen.

Die geplante EU-Reform soll das Urheberrecht in der EU ans digitale Zeitalter anpassen. Kritiker wenden vor allem ein, dass Plattformen wie YouTube künftig schon beim Hochladen überprüfen sollen, ob Inhalte urheberrechtlich geschütztes Material enthalten. Das ist ihrer Meinung nach nur durch Uploadfilter möglich, bei denen die Gefahr bestehe, dass viel mehr als nötig aussortiert werde.