Glosse Zurück aus der Zwischenwelt

© Foto: Michael Kappeler/dpa
Berlin / Stefan Kegel 04.12.2018

„Die Nachricht von meinem Ableben ist stark übertrieben“ – schon Mark Twain, dem das Zitat zugeschrieben wird, erkannte vor mehr als 100 Jahren die Macht der falschen Todesnachricht. Wie solche Fake News enden können, weiß man nicht erst seit Dramen wie Romeo und Julia (tragisch) oder der fast vergessenen US-Filmkomödie „Dave“, in welcher der US-Präsident nach einem Schlaganfall durch einen Doppelgänger ausgetauscht wird (lustig).

Dieser Tage sah sich der nigerianische Präsident Muhammadu Buhari dazu gezwungen, solche Verschwörungstheorien zu dementieren. Nein, er sei während seiner mehrmonatigen Behandlung in London im vergangenen Jahr nicht gestorben und durch einen unbedarften sudanesischen Doppelgänger namens Jubril ersetzt worden. Er sei auch nicht geklont worden, antwortete der 75-Jährige bei einem öffentlichen Auftritt auf entsprechende Gerüchte in sozialen Netzwerken. Das ist überraschend. Denn wir wissen ja, dass Elvis und Michael Jackson auch noch leben und von Außerirdischen durch tausende Doppelgänger überall in der Welt ersetzt wurden.

Diese Methode des Rückzugs aus der Öffentlichkeit ist also durchaus erprobt. Vor allem ermöglicht sie einen geruhsamen Lebensabend. Es kann natürlich sein, dass es Buhari bei Elvis und Jacko an Bord des Alien-Raumschiffs einfach nicht gefallen hat. Aber diese Annahme wäre wahrscheinlich übertrieben.

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